Die Uni Wien, die Allianz und ich

© Michael Bilina


12. März 2015 / geposted in Karriere / 2 Kommentare / von Michael Bilina
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Eine Liebesgeschichte in viele Richtungen

Die „Alma Mater Rudolphina Vindobonensis“, bei Insidern auch bekannt als Uni Wien, wird am 12. März 650 Jahre alt. Ein Jahr in dieser Geschichte war ich auch aktiv dabei, am Beginn meines Studentenlebens gleich nach der AHS. Ich habe zwei Semester Jus genossen – mein katastrophaler Studienerfolg ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass ich mich für vieles interessierte, aber leider zu wenig für eine effiziente Prüfungsvorbereitung. Das Haus am Ring hatte so viel mehr zu bieten.

Meine speziellen Orte an der Uni Wien

Der Arkadenhof ist im Herbst und im Frühjahr ein Platz, an dem man schon im vergangenen Jahrtausend als Student chillen konnte. Während meines Studiums wusste ich noch nicht, dass ich in diesem Hof Jahre später den Karriere-Messestand der Allianz betreuen würde.

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Die Uni Success ist im Messekalender eine besondere Veranstaltung. Sie ist eine Karrieremesse, bei der es bereits Demonstrationen von studierenden Zombies gegen die „Verkapitalisierung“ gegeben hat, in einem anderen Jahr brachte uns bei 37 Grad Lufttemperatur der mitgebrachte Ventilator Segen, auch musste vor Jahren vor einem heftigen Unwetter in der Nacht der Messestand an eine der altehrwürdigen Säulen angebunden werden. Es ist ein Ort, an dem wir jedes Jahr interessante Gespräche mit Studierenden über die Karrieremöglichkeiten in der Allianz führen.

Die Uni Wien hat viele Lieblingsplätze für mich. Der Vortragssaal auf der Südseite des Hauses mit dem tollen Blick auf die Bäume des Rathausparks hat eine eigene Faszination. Erstmals habe ich den bei einer Kirchenrechts-Vorlesung kennengelernt. Vor zwei Jahren hatte ich selbst eine Präsentation dort mit dem Titel „Tipps für ein erfolgreiches Scheitern der Bewerbung“ durchgeführt. Der Raum war gesteckt voll – es waren viel mehr Zuhörer als damals bei der Kirchenrechts-Vorlesung, die sind sogar am Boden gesessen, und für mich war bei meinem Vortrag keine Zeit mehr, aus dem Fenster zu schauen.

Über die Mystik des Lesesaales braucht man nicht lange zu philosophieren. Die Ruhe dieses Raums macht konzentriertes Lernen zum Erlebnis. Wie viel Leben dort in der Universitätsbibliothek aber auch sein kann, erfuhr ich Jahre später, als ich bei der Living Books Veranstaltung über meinen Plan B erzählte. Bei „Living Books“ werden Menschen mit unterschiedlichen Berufen zu lebenden Büchern. Als Besucher der Veranstaltung kann man sich seinen Berufswunsch für ein Gespräch ausleihen und sich  wertvolle Tipps für den eigenen Karrierestart holen. Ich erzählte Studierenden, wie ich in einer Versicherung gelandet bin, um dort meine Karriere zu machen.

Bei der nächsten Veranstaltung dieser Reihe war einer der „Chef-Mathematiker“ des Hauses Ansprechpartner zu dem Titel: „Ich rechne mit Ihnen“. Und 2015 wird die Allianz wieder mit einer interessanten Persönlichkeit bei Living Books dabei sein.

Der wichtigste Platz für mich ist aber sicherlich der Stiegenaufgang zur Galerie des Audi Max. Dort habe ich meine jetzige Frau kennengelernt. Der Ort ist ohne Zweifel ein Heiligtum, weil er mein ganzes Leben verändert hat. Demnächst beantrage ich auf jeden Fall eine Gedenktafel.

Und dass die Uni Wien auch künftig für mich ein besonderer Ort sein wird, dafür sorgt sicher meine große Tochter. Für die jetzige Lehramtsstudentin für Deutsch und Geschichte möchte ich in ein paar Jahren leise (und wahrscheinlich nicht immer textsicher) ein unglaublich stolzes „Gaudeamus igitur“ im Festsaal mitsingen.

Das Bekenntnis zum Zick-Zack-Lebenslauf

Vielleicht war meine Ehrenrunde an der Uni Wien für mich prägend dafür, dass ich als Recruiter ein Anhänger der Zick-Zack-Lebensläufe bei Bewerberinnen und Bewerbern bin. Ich habe damals geglaubt, mit 22 Rechtsanwalt zu sein und mir nie gedacht, dass ich in das Controlling einer Versicherung einsteige, um dort später im HR-Bereich als Trainer zu arbeiten, für die Bereiche Policy (Regeln und Vereinbarungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) und Compensation (Aufbau des Gehaltssystems) und dann später für das Recruiting und Employer Branding (und dort z.B. für die Facebook-Seite „Allianz Karriere in Österreich“) arbeiten würde.

Ich erlebe in meinem Beruf viele persönliche Geschichten von Kandidatinnen und Kandidaten, die wenigsten von ihnen haben eine Schornsteinkarriere, also den direkten Weg nach oben ohne Umwege, hingelegt. Deshalb sind sie aber umso interessanter und erfolgreicher geworden.

Und ich habe die Allianz als Arbeitgeber lieben gelernt. Weil die Menschen hier vielfältig sind. Das beweisen auch ihre CVs – viele davon mit Bezug zur Uni Wien.

Die Uni Wien in der Allianz

Ob es die Publizisten sind, mit denen ich in regelmäßigen Redaktionssitzungen gemeinsam am Social Media Auftritt der Allianz arbeite, die Juristen, die erfolgreich im Haus am Ring abgeschlossen haben, die Betriebswirtin der Uni Wien, die ich bei einer Talents Community im Team der Allianz kennenlernen durfte, die danach als Praktikantin im Market Management begonnen hat und jetzt eine fest angestellte Kollegin ist, der Leiter der Personalentwicklung, der einst Germanistik und Theaterwissenschaft studierte, der Betriebsarzt, die Mathematikerinnen, die Statistiker, die Informatikerinnen, die Volkswirte in der Allianz am Hietzinger Kai …

Gemeinsam haben wir Allianz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch genau 650 Jahre Studienzeit an der Uni Wien verbracht – das habe ich selbst mit meinem Controlling-Know-how nachgerechnet ;-) Deshalb: Happy Birthday, liebe Uni Wien, und danke für die vielen schönen Erinnerungen!

Wir freuen uns auf die nächsten 100 Jahre – die Allianz wird zum 750er der Uni Wien wieder gratulieren.

 

Happy birthday, Uni Wien!

 

2 Kommentare
  • Uni Wien, eine Hassliebe, ein Einblick in den Ausblick über den Tellerrand und den Grund für meinen persönlichen Zick-Zack-Lebenslauf.
    Danke für den tollen Artikel, der einige Erinnerungen an den Ort der weisen, chaotischen Eulen. Meine Lieblings-Orte waren zweifelsohne der Votivpark, in seinem vollsten „smog“-igen Glanz mit seinen Sardinen-gestapelten StudentInnen inkl. mir, die alles andere dort taten, außer lernen. Mit Selbstironie erinnere ich mich noch an meine erste Fahrt im Paternoster im NIG (ich habe vergessen auszusteigen…), dessen Verschwinden mein Herz brach.
    Im großen Lesesaal und bei den dortigen Kästchen habe ich viele weltoffene, interessante Leute kennen gelernt, die mein Leben und meine Interessen auf indirekte Art und Weise vielseitig beeinflusst haben und immer noch tun.

    • Danke für deinen Kommentar.
      In den Votivpark habe ich es nie geschafft.
      Ich bin immer im Kaffee Haag in der Schottengasse hängen geblieben

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