Steuerfreies Gehalt vom Chef – brutto für netto!

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23. Oktober 2015 / geposted in Rat & Tat / 4 Kommentare / von Günter Kornfeld
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Zumindest Teile seines Gehalts steuerfrei zu beziehen, das mag wohl jeder von uns. Interessanterweise geht das auch – bloß macht es erst einer von vier Österreichern. Möglich ist es jedoch für alle: Was Sie dafür tun können und wie das geht, erfahren Sie hier.

Den Chef um eine Gehaltserhöhung zu fragen, ist nicht jedermanns Sache. Aber hätten Sie gewusst, dass eine Gehaltserhöhung dem Unternehmen gar nichts kosten muss – sondern sogar beim Sparen helfen kann? Das ist doch gleich ein anderer Zugang, um bei Chef oder Chefin anzuklopfen: Denn Vorsorgelohn ist um ein Drittel günstiger als Barlohn – und funktionieren tut das über die so genannte betriebliche Altersvorsorge. Kurz: BAV.

 

Steuerersparnis durch BAV

Betriebliche Vorsorge bringt Arbeitnehmern doppelt so viel wie private Vorsorge, und Arbeitgeber sparen dabei sogar. © Allianz

 

Auch Kleinvieh macht Mist

Eines der bekanntesten Instrumente aus dem riesigen BAV-Bauchladen ist die steuerfreie Zukunftssicherung. Gemäß § 3/1/15 EStG kann jeder Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer jährlich bis zu 300 Euro für Zukunftssicherungen gegen Krankheit, Unfall, Pflege, Alter oder Tod aufwenden: völlig abgabenfrei für Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und daher eigentlich ein Muss.

Die Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitgeber dieses Modell allen oder einer sachlich differenzierten Gruppe anbietet – zB allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit mehr als 3 Dienstjahren etc. Der Chef ist Versicherungsnehmer und zahlt die Beiträge, bezugsberechtigt sind Sie als Arbeitnehmer bzw. im Ablebensfall Ihre Hinterbliebenen. Die Beiträge sind pro Jahr bis zu den schon vorhin erwähnten 300 Euro lohnnebenkostenfrei für den Arbeitgeber und sozialversicherungs- und lohnsteuerfrei für den Arbeitnehmer.

 

Zukunftssicherung - so geht's.

Die Durchführung mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, doch dabei stehen die Experten der Allianz mit ihrem Fachwissen zur Seite. © Allianz

Die Laufzeit ist grundsätzlich mit dem gesetzlichen Pensionsalter vorgegeben, kann aber unter bestimmten Voraussetzung auch kürzer gewählt werden: mindestens 15 Jahre, wenn die Vorsorge über eine Er- und Ablebensversicherung gedeckt wird. Ihnen selbst oder Ihren Hinterbliebenen steht dann die Wahl offen zwischen Einmalzahlung oder Rentenzahlung – und das Beste daran: Beide Auszahlungsvarianten sind steuerfrei, womit diese Zukunftssicherung nach wie vor die steuerlich und renditemäßig interessanteste Vorsorgevariante für Arbeitnehmer in Österreich darstellt.

Gehaltsumwandlung – die clevere Alternative

Trotzdem gibt es viele Arbeitgeber, die diesen Steuervorteil ihren Mitarbeitern nicht ermöglichen – obwohl es de facto keinen Aufwand verursacht! Als Alternative kann der Arbeitgeber diese Zukunftssicherung seinen Arbeitnehmern auch in Form einer Gehaltsumwandlung anbieten. Dann ist der Betrag bis zu 300 Euro steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig.

Der Arbeitnehmer beauftragt dabei seinen Arbeitgeber, monatlich bis zu 25 Euro seines bestehenden Gehalts in eine Direktversicherung einzuzahlen. Je nach Steuerprogression bedeutet dies eine Reduktion des Nettogehalts um 12,50 bis 15,90 Euro monatlich, im Gegenzug überweist der Arbeitgeber 25 Euro pro Monat in die Zukunftssicherung. Für den Arbeitnehmer ergibt sich damit trotz Sozialversicherungspflicht und sicherster Veranlagung eine ordentliche Netto-Rendite.

Für Einsteiger und Aufsteiger

Auch wenn Sie jetzt vielleicht einwenden, dass 300 Euro einen Betrag darstellen, der auf den ersten Blick überschaubar wirkt – und Sie damit durchaus Recht haben. Doch laut aktuellen Zahlen legen Herr und Frau Österreicher im Durchschnitt etwa fünf Prozent des verfügbaren Einkommens für die private Vorsorge auf die Seite. In absoluten Beträgen sind das pro Kopf etwa 1.000 Euro im Jahr – in Relation dazu sind 300 Euro, die der Dienstgeber zusätzlich brutto für netto veranlagt, durchaus viel Geld.

Und wenn Sie eine Gehaltsumwandlung für höhere Beträge wollen, brauchen Sie nur in der richtigen Branche zu arbeiten: In immer mehr Kollektivverträgen gibt es eine so genannte „Öffnungsklausel“: etwa für Angestellte in Spedition und Logistik, in der Holzindustrie, in IT-Unternehmen oder im Baugewerbe bzw. der Bauindustrie … und laufend werden es mehr. Da reden wir dann auch von zehn Prozent des Gehalts, die über eine Gehaltsumwandlung für eine attraktive Firmenpension in eine Pensionskasse oder Betriebliche Kollektivversicherung (BKV) eingezahlt werden können – und erst die Rente wird gemeinsam mit der staatlichen Pension versteuert. Sie sehen, ein Blick in den Kollektivvertrag macht sich wirklich bezahlt.

 

Pensionskasse - für alle, die mehr wollen.

In eine Pensionskasse oder BKV können über eine Gehaltsumwandlung zehn Prozent und auch mehr für eine Firmenpension angespart werden. © Allianz

Aktiv fragen statt passiv warten

Warum das noch nicht weiter verbreitet ist? Das ist eine Frage, die auch ich mir regelmäßig stelle. Denn im Schnitt ist in Österreich jeder vierte Erwerbstätige von einer BAV-Lösung erfasst. Viel oder wenig? Bei Großbetrieben mit mehr als 1000 Mitarbeitern beträgt die Marktdurchdringung gut 90 Prozent, doch schon bei Betrieben ab 250 Mitarbeitern sinkt diese Quote auf weniger als 40 Prozent – und bei klein- und mittelständischen Unternehmen (KMUs) bewegen wir uns im einstelligen Prozentbereich. Insgesamt ist also durchaus noch ordentlich Luft nach oben.

Am besten ist, Sie werden selbst aktiv: Fragen Sie bei Chef oder Betriebsrat, ob Sie auch steuerfrei Gehalt beziehen können und Ihr Unternehmen damit schon Steuern und Abgaben spart. Schließlich haben da alle etwas davon.

4 Kommentare
  • Danke für den Beitrag, die betriebliche Altersversorgung kann für alle Beteiligten von Vorteil sein.

  • Wieviel Geld bekommt man in 40 Jahren ausbezahlt? In der Karenzzeit muss ich weiterzahlen und habe keine Steuerersparnis? Wenn ich danach in Teilzeit arbeite und weniger verdiene, ist die Steuerersparnis sehr gering. Und was ist das Geld in 40 Jahren noch wert? Die Inflation wird ja nicht berücksichtigt!

    • Dieser Beitrag ist schon etwas in die Jahre gekommen und stand deshalb nicht mehr unter Dauerbeobachtung. Die Grundaussage stimmt aber sehr wohl auch jetzt noch, und viele Ihrer Fragen stellen sich auch für andere.

      Eine Ferndiagnose wäre dabei aber höchst unseriös. Wenn es Ihr Terminkalender zulässt, sollten Sie sich dazu mit unseren Experten treffen. Und für Ihre Vorsorge sollten Sie sich einfach die Zeit nehmen.

      Einen Berater bzw. eine Beraterin in Ihrer Gegend finden Sie auf der Homepage der Allianz.

      Mit dem Stellen der Fragen sind Sie Ihrer richtigen Vorsorge schon einen wichtigen Schritt näher gekommen.

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