Später schreiben, weiterleben

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12. September 2014 / geposted in Rat & Tat / 2 Kommentare / von Markus Hinterberger
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„It can wait“. Es kann warten. So betitelt Chris Melberger, ein junger New Yorker Grafikdesigner, sein Fotoprojekt. Dieses soll eine Kampagne eines der größten US-Mobilfunkbetreiber unterstützen. Die Bilder: Schockierende Fotos von Autowracks. Dazu jeweils ein Screenshot, der zeigt, was der verunglückte Fahrer eben noch in sein Handy getippt hat. Die Message: Jetzt fahren, später texten, gesund ankommen. Fahren und Smartphone, das ist anscheinend eine brisante Kombination. Und Hand aufs Herz – wer von uns blickt nicht manchmal während dem Fahren auf das Handy? Ich bin spät dran, das könnte ich meinen Freunden schon kurz SMSen…

Telefonieren ist das größte Risiko am Steuer. © Allianz

Das Handy ist gefährlicher als Alkohol. © Allianz

Gefährliche Handysucht am Steuer

Das Mobiltelefon beim Fahren zu verwenden ist eine riskante Gewohnheit, die vor allem (aber nicht ausschließlich) junge Leute betrifft. Und ganz besonders Smartphones haben ein großes Ablenkungspotenzial: Twitter, Facebook, WhatsApp, Instagram – die Liste ließe sich fast endlos verlängern. Jeder dieser Dienste lebt ja davon, regelmäßig mit Informationen gespeist zu werden, und dass die neuesten Nachrichten vom User zeitnah gelesen werden. Damit ist natürlich auch ein gewisses Suchtpotenzial verbunden. Und tatsächlich: Studien belegen, dass die Handy-Abhängigkeit kein Mythos ist. Sogar ein durchschnittlicher Smartphone-Besitzer blickt täglich bis zu 150 Mal auf sein Handy. Da kann man sich doch nicht ernsthaft beim Autofahren plötzlich ganz davon lösen, oder?

AZT-Studie: Ein Drittel aller Handynutzer liest SMS oder Mails am Steuer

Eine repräsentative Befragung des Allianz Zentrums für Technik (AZT) unter Autofahrern in Österreich, Deutschland und der Schweiz hat ergeben, dass 20 Prozent aller Fahrer am Steuer SMS oder Mails schreiben. 30 Prozent lesen solche Nachrichten während einer Fahrt. Noch höher ist dieser Anteil bei den 18-24-Jährigen: 25 Prozent schreiben SMS und Mails, und sogar 40 Prozent lesen ankommende Nachrichten. Dass das nicht nur in Österreich so ist, illustriert Melbergers Fotokampagne. In den USA ist das ein Riesenproblem. Immerhin gab es 2012 über 3000 Unfalltote, und das allein aufgrund des „texting and driving“ (also Schreiben während der Fahrt).

 

Griff zur Wasserflasche © Allianz

Auch der Griff zur Wasserflasche kann gefährlich sein. © Allianz

Handy ist gefährlicher als Alkohol

Wie riskant das Handy am Steuer ist, auch wenn man nicht telefoniert, zeigt wiederum die Statistik: Denn Ablenkung ist mit einem Gesamtanteil von elf Prozent die dritthäufigste Ursache für tödliche Unfälle in Österreich. Im Durchschnitt ist ein Autofahrer sogar rund ein Fünftel der Fahrzeit abgelenkt. Natürlich steigt das Unfallrisiko je nach Art der Ablenkung rapide an. Spitzenreiter ist das Telefonieren: Das Unfallrisiko erhöht sich hier auf das 2- bis 5-fache. Ein Versuch an der University of Utah hat ergeben, dass es dabei keinen signifikanten Unterschied gibt, ob mit oder ohne Freisprechanlage telefoniert wird. In beiden Fällen reagierten Versuchspersonen schlechter auf Verkehrsvorkommnisse als eine Vergleichsgruppe mit 0,8 Promille Alkohol im Blut. Somit ist das Handy im Straßenverkehr noch gefährlicher als Alkohol.

Da fragt man sich, ob man nicht doch lieber erst nach der Ankunft zurückschreibt. So dringend kann’s schon nicht sein. Und meine Freunde, die warten sowieso auf mich. Also Melbergers Rat nicht vergessen: It can wait!

2 Kommentare
  • Ich habe es mir abgewöhnt im Auto zu telefonieren. Für mich war es bezeichnend als ich auf der Autobahn unterwegs war und mit der Freisprechanlage telefonierte, das mich mein Gesprächspartner fragte wo ich unterwegs sei, und ich ihm dies nicht beantworten konnte, da die letzten Kilometer an mir vorbeigegangen sind. Ich fahre jetzt auf einen Parkplatz und telefoniere.

    • Lieber Hans,
      das ist sehr lobenswert! Ich mache das auch. Es gibt (fast) nichts, das so wichtig wäre, dass es nicht ein paar Minuten warten könnte …
      Liebe Grüße und weiterhin eine gute und sichere Fahrt!
      Josef Glatzl, Allianz Unternehmenskommunikation

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