Wieso brauchen Schüler eine zusätzliche Unfallversicherung?

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10. September 2018 / geposted in Rat & Tat / 3 Kommentare / von Kerstin Klement
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Nach neun Wochen Sommerferien hat in Österreich wieder die Schule begonnen. Das heißt auch: Vorbei ist die Urlaubszeit, die ruhigen Straßen, das schöne Wetter.

Ich hatte das Glück, in einer kleinen Gemeinde in der tiefsten Südsteiermark aufzuwachsen, wo sich Fuchs und Henne noch gute Nacht sagen, jeder jeden kennt, Autos maximal dreimal am Tag vorbei fuhren und mein Schulweg zu Fuß geschätzte drei Minuten dauerte. Gefahrenpotenzial: gering. Eine behütete Kindheit.

Das hat sich mittlerweile verändert, nicht nur in meiner Heimat. Es gibt nicht mehr viele solcher Plätze, wo ein Kind unbedarft spielen und seinen Bewegungsdrang ausleben kann. In Österreich sind zum Beispiel 6,9 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen. Eltern sind zum Großteil berufstätig, die Aufsichtspflicht außerhalb der Schulzeit ist ein „Nice to have“.

Wann greift die gesetzliche Unfallversicherung?

Wussten Sie eigentlich, dass in Österreich etwa alle vier Minuten ein Kind in einen Unfall verwickelt ist? Denn pro Jahr verletzen sich hierzulande etwa 120.000 Kinder. Während bei den Jüngsten die meisten Unfälle noch in den eigenen vier Wänden passieren, verletzten sich Schüler am häufigsten beim Sport. Gefährlich sind vor allem Fußballspielen und Radfahren, hier passieren die meisten schweren Unfälle.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Krankenversicherung und einer Unfallversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt anfallende Behandlungskosten bei Krankheiten und Unfällen ab. Daneben gibt es die Unfallversicherung, die für Folgeschäden aus einem Unfall aufkommt.

Die gesetzliche Unfallversicherung sorgt dafür, dass das Kind in der Schule, auf dem Schulweg und bei Schulveranstaltungen gegen Unfallfolgeschäden abgesichert ist. Das gilt allerdings nur für Kinder in ihrem letzten Kindergartenjahr.

Kinder sind in der Freizeit nicht unfallversichert

In den Schulferien, in der Freizeit und am Wochenende sind Kinder zwar gesetzlich krankenversichert, jedoch nicht unfallversichert. Das heißt, dass alle Folgeschäden aus Unfällen, die zuhause, bei Freunden, beim Sport oder im Urlaub passieren, nicht gedeckt sind.

Komplizierter wird es allerdings, wenn Kinder nach der Schule noch einen Hort besuchen. Der Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls besteht nur dann, wenn der Eigentümer oder Betreiber der Schule derselbe ist. Ansonsten deckt die gesetzliche Unfallversicherung die Folgeschäden nicht ab.

Gefahr lauert auch daheim

Dass Unfälle zu Hause überproportional oft geschehen, wird leider nach wie vor stark unterschätzt. Statistiken zeigen: Mehr als die Hälfte aller Unfälle von Kindern unter fünf Jahren passieren zu Hause oder in der unmittelbaren Wohnumgebung. Die häufigste Unfallart sind Stürze, sie haben zumeist Knochenbrüche, Prellungen und offene Wunden als Folge.

Die meisten Versicherungen wie auch die Allianz bieten mittlerweile eine Schülerunfallversicherung an. Die Allianz Schülerunfallversicherung ist der Basisschutz zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung. Abgesehen davon gibt es auch die Möglichkeit, Kinder individuell zu versichern. Hier werden Risiken wie Unfallrente, dauernde Invalidität, Knochenbruch, Spitalgeld und mehr abgedeckt.

Auch wenn man der Meinung ist, dass die Kinder in einer sicheren Umgebung aufwachsen: Unfälle passieren eben. Grund genug, darüber nachzudenken, ob man die Risiken für die Familie ausreichend abgedeckt hat.

Nähere Infos zur gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie auch auf der Website der AUVA.

 

Der Beitrag ist im Original am 2. September 2014 erschienen und wurde aktualisiert. 

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