Punsch für einen guten Zweck

© e.motion Equotherapie


23. Dezember 2014 / geposted in Allianz Lichtblicke / 4 Kommentare / von Josef Glatzl
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„Jeden Tag denke ich oft an euch“, schrieb Jürgen in einem SMS. Er ist jener Jugendliche, der vor 25 Jahren mit der Reittherapie der „Österreichischen Initiative – Pferde helfen Menschen“ begonnen hat. 1991 errang er bei den Special Olympics die Goldmedaille. Das SMS ging an Gundula Hauser, die die Therapie mit Pferden in Österreich bekannt gemacht und mit Unterstützung von Sponsoren erfolgreich gemacht hat. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Allianz waren von Beginn an mit dabei.

Die Behandlung mit Hilfe von Pferden ist besonders für Spastiker geeignet, das Heilpädagogische Reiten hilft vor allem mental behinderten, psychisch irritierten und sexuell missbrauchten Kindern dabei, wieder Vertrauen zu fassen. Experten schätzen die positive Auswirkung auf die Bewegungsmotorik sowie die pädagogische und emotionale Unterstützung durch das Pferd.

Allianz Lichtblicke und Equotherapie gehören zusammen.

Die Pferde geben den Kindern Kraft und stärken das Selbtswertgefühl. © e.motion Equotherapie

 

Am Anfang standen 100.000 Schilling und eine Goldmedaille

Dass die Idee des therapeutischen Reitens in Österreich verwirklicht werden konnte, ist der früheren Lehrerin Gundula Hauser zu verdanken. Von 1983 an war die Allianz – genauer gesagt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – maßgeblich an der Etablierung der Hippotherapie beteiligt. Im Sommer 1990 hatten Lebensversicherungsexperte Manfred Pfeffer und Vorstandsassistent Christian von Amelunxen die zündende Idee, einen Punschstand einzurichten, um Spenden für den guten Zweck aufzubringen. Seither stellen sich jedes Jahr zu Weihnachten Kolleginnen und Kollegen in den Dienst der guten Sache und schenken vier Wochen lang Punsch, Glühwein und Co. aus. Der Reinerlös wird von der Allianz verdoppelt. Die Pferdetherapie ist damit eine tragende Säule des sozialen Engagements – der Allianz Lichtblicke.

Bereits das erste „Standl“ im Jahr 1990 war ein Riesenerfolg: Aus dem Erlös von 113.000 Schilling wurden das Therapiepferd Maxi gekauft und die Teilnahme von zwei Athleten bei den Special Olympics in den USA ermöglicht. Gleich auf Anhieb holte Jürgen die erste Goldmedaille nach Österreich.

Ein Punschstandl hat viel mit Kommunikation zu tun. Als ich 2001 zur Allianz stieß, vergingen daher nur ein paar Wochen, und schon war ich Mitglied des Organisationskomitees. In diesem Jahr nahmen wir übrigens bereits 600.000 Schilling ein. Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen opferten ihre Zeit, um das Punschstandl zu unterstützen. Und nicht nur das: Ich kann mich an bitterkalte Winternächte erinnern, Temperaturen um minus 14 Grad verwandelten jedes Heißgetränk zu einem Glühwein „on the rocks“, und die Straßenschuhe ließen die Füße zu Eisklumpen erstarren. Waren die Besucher lange Jahre dem kalten Wind auf der Kennedybrücke in Wien ausgesetzt, hat man es heute gemütlicher, seit die Punschhütte im Jahr 2008 auf den Vorplatz vor der Generaldirektion am Hietzinger Kai übersiedelte.

Hippotherapie, Allianz Lichtblicke

Gundula Hauser hat der Therapie mit Pferden in Österreich zum Durchbruch verholfen, Roswitha Zink leitet den Verein e.motion Equotherapie (im oberen Bild links und rechts vom Pferd). © e.motion Equotherapie

Das Geheimnis des Erfolgs

Weihnachten ist die Zeit, in der man gerne das Herz und die Börse öffnet, um Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht. Das Geheimnis des Erfolgs war wohl, dass der Punschstand für uns die einmalige Gelegenheit bot, sich auch abseits des Bürobetriebs zu vernetzen, Menschen kennen zu lernen und gemeinsam Spaß zu haben. Da gibt zum Beispiel die Landesdirektion Tirol der Allianz Investmentbank die Klinke in die Hand, und das Team Lebensversicherung wechselt sich mit den Lehrlingen ab. Wenn Burgenland und Steiermark zum fröhlichen Beisammensein rufen, reisen sogar eigene Musikanten aus dem jeweiligen Bundesland an. Was tut man nicht alles für das Wohl der Kinder?

Jedes Team begeistert mit regionalen Köstlichkeiten und bringt eigene Ideen mit ein, um den Umsatz – und damit den Spendenerlös – möglichst weit nach oben zu treiben. Am Ende jeder Saison ist es auch nicht ganz unwichtig, wer am meisten für die Spendenkassa beigetragen hat. Im heurigen Jahr waren dies das Team Allianz Investmentbank gemeinsam mit der Büroverwaltung (4.300 Euro), die IT-Experten der AMOS (4.100 Euro) sowie die Landesdirektion Burgenland (3.300 Euro). Der Reinerlös wurde von der Allianz verdoppelt, und für 2014 konnte ein Betrag von 65.000 Euro an den Verein e.motion übergeben werden.

Allianz Lichtblicke, Punschstand, Hippotherapie

Der Punschstand ist seit vielen Jahren Treffpunkt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  © Allianz

Bisher mehr als eine Million Euro gespendet

Und die Bilanz von 25 Jahren Allianz Punschstandl? Wie viele freiwillige Stunden geleistet wurden, haben wir nicht aufgezeichnet – fest steht, dass jede Stunde gut investiert war. Heuer, im 25. Jahr, wurde die Schallmauer von 1.000.000 Euro an Spendengeldern überschritten. Gundula Hauser, die „Mutter“ der österreichischen Reittherapie: „Tiefe Freude und Dankbarkeit erfüllt mich immer wieder, wenn ich mich mit ‚Altbekannten‘ beim Punschstand treffe. Für mich wurde eine Utopie Wirklichkeit, denn aus diesem Geld wurden inzwischen zwei Reithallen mitfinanziert, mehr als 20 Therapiepferde gekauft und finanzschwachen Familien die Therapie für ihr Kind – preislich angemessen – ermöglicht.“ Oder wie mir ein Allianzer vor einigen Tagen bei einem Punsch sagte: „Die Kinder wissen sicher nicht, wie der Beitrag der einzelnen Mitarbeiter aussieht. Aber das ist gar nicht so wichtig. Für mich ist es ein schönes Gefühl, wenn ich höre, dass die Kinder glücklich sind.“

Und was ist aus Jürgen geworden? „Die Hippotherapie hat sein Leben verändert“, freut sich Gundula Hauser. Der stolze Olympiasieger hat einen tollen Job in einer geschützten Werkstätte gefunden, und noch heute schickt er jedes Jahr Weihnachtswünsche. Damit wissen wir, dass es ihm gut geht.

Allianz Lichtblicke, Hippotherapie, Punschstand

„Bitte zwei Punsch für einen guten Zweck!“ © Allianz

4 Kommentare
  • Danke für den langen, besonders netten Artikel!
    Gundula Hauser

    • Liebe Gundi,
      freut mich, dass er Dir gefällt. Danke für Dein unermüdliches Engagement, ohne das dieses tolle Projekt nicht zustandegekommen wäre. Jeder Allianzer und jede Allianzerin sind stolz darauf, mitarbeiten zu dürfen.
      Alles Gute und liebe Grüße aus der Allianz!
      Josef Glatzl

  • Lieber Joseph, liebe Mitarbeiter und MitarbeiterInnen der ALLIANZ!

    Es ist so ungewöhnlich was ihr da jedes Jahr auf die Beine stellt, dass mir beim Lesen der wunderschön geschriebenen Zeilen die Gänsehaut und ein feines Knistern über sie Seele zieht. Es berührt mich, weil EUER Engagement unseres für die Kinder widerspiegelt und ihr für uns eines der wichtigsten Vorweihnachtlichen Rituale geworden seid! Ein Mädchen mit dem ich zu Pferd heute Vormittag durch den verscheiten Wald der Baumgartner Höhe wanderte auf der Suche nach einem Strohhalm, einem Hoffnungsschimmer der ihr zeigt, warum es sich lohnt am Leben festzuhalten, hat mir zu Weihnachten eine Karte geschrieben auf der Steht: Das Leben kann dir vieles NEHMEN, nur nicht was du gibst! Es hat mich dieser Text sehr berührt von einer nicht mal 14 jährigen, die seit 7 jahren ihre bettlägrige schwer kranke Mutter pflegt und jeden Sonntag eine Kerze ans Grab ihres Vaters bringt, der sich das Leben genommen hat. Es ist so tiefer RESPEKT in mir für diese großen Seelen in so kleinen Kinderkörpern, die sich mutig den noch so schwersten LEBEN stellen und wenn ich etwas ins Wanken komme, bei meinen Argumenten für eine liebevolle Dankbarkeit dem Schicksal und der WELT gegenüber, dann blicke ich oft von uns heroben hinab auf das große Allianz Gebäute und denke an EUCH, dass in diesem HAUS Menschen arbeiten, die bereit sind für wildfremde Kinder, die in akut Not geraten, die ganze Vorweihnachtszeit in der Kälte zu stehen, und dann lächle ich die Kinder wieder mild an und erzähle manchesmal sogar von EUCH, als beispiel dafür dass es MENSCHEN gibt die es „kümmert“ was da darußen passiert, die es kümmert, das diese Kinder und ihre FAMILIEN tapfer bleiben, am Leben bleiben und es schaffen ein tragfähiges Erwachsenenleben zu starten! DANKE von ganzem HERZEN; DANKE an EUCH ALLE, dass ihr den Kindern und uns THERAPEUTINNEN dieses Vorbild gebt und MUT macht unsere Herzen zu riskieren und bis ins MARK verläßlich zu sein für Kinder denen das Leben die Sprache verschlagen hat. Die nämlich schaukeln die Pferde sanft zurück in Leben! Es ist großartig zu spüren, dass es diese ALLIANZ gibt, die für Wärme und Konstanz in den Herzen sorgt. DANKE an jede EINZELEN von EUCH ohne euch wäre das nicht möglich!

    Roswitha und das gesamte e.motion TEAM samt 300 Kinder die Woche (und natürlich 20 PS plus Leonie Löwenherz)

    • Hallo Roswitha,
      der Dank gilt Euch! Wir versuchen nur mit bescheidenen Mitteln, einen kleinen Beitrag zu leisten – und es freut uns zu hören, was unser Engagement bei den Kindern und Jugendlichen bewirkt. Jedes noch so kleine Lächeln ist ein Erfolg und gleichzeitig ein Auftrag, Euch weiter zu unterstützen. Wir wünwschen Euch weiterhin viel Kraft und Ausdauer. Die Grüße geben wir gerne an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.
      Herzliche Grüße
      Josef

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