Pensionskonto: Denkanstoß für Frauen

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18. November 2014 / geposted in Rat & Tat / 2 Kommentare / von Günter Kornfeld
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Frauen als „schwaches Geschlecht“ zu bezeichnen ist politisch nicht mehr korrekt. Beim Blick aufs Pensionskonto drängt sich diese Analogie trotzdem noch auf. Denn Altersarmut ist primär weiblich.

Die ständig steigende Lebenserwartung birgt für Frauen finanzielle Schattenseiten. Denn nicht von ungefähr schnappt die Armutsfalle bei Frauen im Alter deutlich öfter zu als bei Männern. Laut einer Anfragebeantwortung durch Sozialminister Rudolf Hundstorfer sind aktuell in Österreich 17,6 Prozent der Frauen über 65 Jahren armutsgefährdet – fast um die Hälfte mehr als gleichaltrige Männer!

Das Pensionskonto sorgt deshalb für Gesprächsstoff. Mehr als 1,2 Millionen Verständigungen über die auf dem Pensionskonto erfolgte Kontoerstgutschrift werden heuer verschickt. Empfänger sind all jene mit Geburtsjahrgang 1955 und später, die bis zum Ende des Jahres 2013 mindestens einen Versicherungsmonat in der gesetzlichen Pensionsversicherung erworben haben und einen vollständigen Versicherungsverlauf aufweisen.

Gut gemeint, schlecht verstanden

Das erste Problem dabei, auf das wir im Gespräch mit Kunden immer wieder stoßen: Die zwei Zahlenangaben auf der Erstgutschrift werden nicht oder nicht richtig verstanden. Auf Basis der vorliegenden Beiträge und Versicherungszeiten ergibt sich die mit Stichtag 01.01.2014 verbuchte Erstgutschrift auf dem Pensionskonto. Daraus wird jene monatliche Bruttopension errechnet, die zum Regelpensionsalter ausbezahlt wird, wenn bis dahin keine weiteren Pensionszeiten mehr erworben werden.

Das zweite Problem wiegt für mich aber eigentlich noch schwerer: Die Pensionslücke – also die Differenz zwischen Aktiv- und Pensionseinkommen – schaut oft halb so schlimm aus. Zumindest auf den ersten Blick. Denn die Versicherten sehen zwar, mit welcher monatlichen Bruttopension sie aktuell rechnen können, wenn sie bis zum Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters arbeiten. Bis zum Pensionsantritt dauert es meist noch einige Jahre, und somit kommen zu diesem Wert noch weitere Pensionszeiten dazu.

Schlimmer geht immer

Oder auch nicht: Die Pensionslücke kann nämlich schlagartig wachsen, wenn jemand nicht bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeiten will – oder arbeiten kann! Dann ist die Lücke ganz schnell wirklich eine. Lässt sich unter diesen Umständen der bisherige Lebensstandard halten? Wie steht es um die Hinterbliebenen?

Das Pensionskonto macht Pensionsansprüche transparenter – auch mögliche Schlechterstellungen durch zukünftige Pensionsreformen. Letztlich ist es aber doch nur eine Prognose auf Basis der aktuellen Gesetzeslage. Guthaben verbrieft es keines, denn im Umlagesystem werden die Beiträge des Einzelnen nicht für dessen eigene Pension angespart, sondern tragen zur Finanzierung der heutigen Pensionen bei.

Aufwertung versus Inflation

Tatsächlich erhöht sich der Betrag auf dem Pensionskonto mit jedem weiteren Jahr der Beschäftigung um 1,78 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens und wird zusätzlich jährlich aufgewertet, wobei sich der Aufwertungsfaktor nach der durchschnittlichen Entwicklung von Löhnen und Gehältern richtet. Wie hoch diese Aufwertung zukünftig ausfällt und ob sie die Verluste durch die Inflation ausgleichen wird können, muss sich also erst erweisen.

Im Pendant zur Kontoerstgutschrift in Deutschland wird darauf übrigens ausdrücklich hingewiesen, dass die Renten im Vergleich zu den Löhnen künftiger geringer steigen könnten und sich somit die Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert. „Bei der ergänzenden Altersvorsorge sollten Sie – wie bei Ihrer zu erwartenden Rente – den Kaufkraftverlust beachten“, heißt es dort.

Böses Erwachen

Bei Frauen ist deshalb der Jubel zum Pensionsantritt mit durchschnittlich 57,5 Jahren oft sehr verhalten. Die Kosten bleiben und steigen weiter, das Einkommen sinkt – oder sackt weg. Denn sie haben im Regelfall in ihrer Aktivzeit weniger verdient, sie haben einen – gegenüber Männern – stärkeren Anstieg bei der Lebenserwartung, und sie sind somit durch den früheren Pensionsantritt auch länger in Pension: insgesamt etwa 28 Jahre.

Grafik Lebenform nach Alter - Statistik Austria

 

Betrug der Unterschied in der Lebenszeit zwischen Männern und Frauen hierzulande im Jahr 1950 noch 1,8 Jahre, haben derzeit in Österreich Frauen eine um fünfeinhalb Jahre höhere Lebenserwartung als Männer (82,7 Jahre vs. 77,2 Jahre). Auch aus diesem Grund verbringen Frauen ihren Lebensabend ungleich öfter alleine als Männer. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass von allen Faktoren, die bei Altersarmut eine Rolle spielen, der Witwenstand am entscheidendsten ist. Im Jahr 2011 waren 43 Prozent aller österreichischen Frauen über 65 Jahren verwitwet.

Auch auf finanzielle Gesundheit achten

Das Älterwerden bietet eine oftmals neue Lebensperspektive, da die Menschen dank medizinischer Fortschritte bis ins hohe Alter aktiv bleiben können. Und die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist für einen Großteil der Frauen auch selbstverständlich, während sich viele Männer zieren. Geht es jedoch um den Erhalt der finanziellen Gesundheit, ist das Verhältnis leider genau umgekehrt. Und egal, ob ledig, verheiratet oder verwitwet – eine Lebensversicherung kann Frauen finanziell den Lebensabend sichern.

Denn der Umgang mit biometrischen Risken – auch die steigende Lebenserwartung ist ein solches Risiko – gehört für die Allianz zum täglichen Brot. Dadurch kann sie den Kundinnen eine lebenslange Rente auszahlen, selbst wenn sie 100 Jahre und älter werden.

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