Job Swap: Unvergesslicher Perspektivenwechsel

Flagge Schweiz

© Peter Zajic


28. Juni 2018 / geposted in Karriere / 0 Kommentare / von Peter Zajic
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Seit meinem ersten Ferialpraktikum bei der Allianz bin ich es gewohnt, dass ich von meinem Platz in der Generaldirektion auf die wunderschöne Wiener Innenstadt schaue. Schloss Schönbrunn, Wienerberg City und Donauturm habe ich seitdem immer im Blick. Doch Anfang dieses Jahres bot sich mir ein anderer Anblick. Plötzlich schaute ich auf ein großes Einkaufszentrum und auf unzählige schneebedeckte Berge. Was hatte sich verändert? Ganz einfach. Ich wagte den Schritt ins Ausland – nach Wallisellen zur Allianz Suisse, um genau zu sein.

Grüezi statt Guten Tag

Ehe es in die Schweiz ging, galt es noch einige Vorkehrungen zu treffen. Denn nicht nur ich verließ meinen üblichen Arbeitsplatz. Das Gleiche tat auch eine Schweizer Kollegin. Ein Job Swap sollte es werden. Es liegt auf der Hand, dass wir jeweils für eine entsprechende Einarbeitung sorgen mussten. Dabei wurde mir einmal bewusst, wie viel internes Know-how bei einem selbst gebündelt ist. Nachdem Einführungspräsentation erstellt, Arbeitsplatzvorbereitungen abgeschlossen und die Termine mit den wichtigsten Ansprechpersonen vereinbart waren, stand der Übergabe an meine Kollegin nichts mehr im Wege. Als der Tag das persönlichen Kennenlernens, denn meine Schweizer Kollegin und ich hatten bis dahin nur miteinander telefoniert, endlich da war, galt es alle relevanten Informationen weiterzugeben. Keine leichte Aufgabe, wie ich feststellen musste. Die Zeit rannte mir förmlich davon. Dennoch konnte ich das Wesentlichste in zwei Tagen vermitteln und wir haben vereinbart, dass wir uns wöchentlich updaten – in der Anfangszeit sogar häufiger. Schließlich konnte ich Anfang Februar mit gutem Gewissen und viel Gepäck in den Zug Richtung Zürich Hauptbahnhof steigen.

Dort angekommen, galt es erst einmal, sich im neuen Umfeld zu akklimatisieren. Neue Wohnung, neuer Arbeitsweg, neues Büro, neues Team – einfach alles war neu. Selbst die Sprache war etwas anders als ich es gewohnt war. Doch zu meiner großen Überraschung hatte ich kein Problem mit dem Schwizerdütsch. Zugegeben, beim einen oder anderen Wort musste ich schon zweimal hinhören, bis ich es verstanden habe oder aus dem Kontext schließen konnte. Die Schweizer arbeiten nicht, sie schaffen. Sie machen keinen Urlaub, sondern sind in den Ferien. Ich könnte noch mehr Beispiele aufzählen, aber das wichtigste war, dass ich mich ohne Probleme mit den Kolleginnen und Kollegen unterhalten konnte. Das und die Tatsache, dass bei dem Job Swap das Aufgabengebiet ähnlich war, machten es natürlich sehr angenehmen und erleichterten mir den Start.

Hauptsitz Wallisellen Allianz Suisse

Hauptsitz der Allianz Suisse in Wallisellen © Allianz Suisse

Drei Monate vergehen wie im Flug

Um ehrlich zu sein, habe ich mir keine Liste mit unzähligen Aufgaben und To-Dos im Vorfeld erstellt. Mein Chef und ich haben im Vorfeld natürlich schon Entwicklungsfelder identifiziert und doch bin ich relativ locker an dieses Abenteuer herangegangen. Ich wollte einfach möglichst viel über die lokalen Herausforderungen und Besonderheiten erfahren. Darum habe ich mich auch bei jeder Gelegenheit freiwillig für Aufgaben gemeldet bzw. jedes Angebot für einen Austausch dankend angenommen. Drei Monate sind nicht lang, aber lang genug um sich einen Überblick zu verschaffen. Wenn man in einem anderen Land arbeitet, merkt man erst, wie unterschiedlich und ähnlich zugleich doch die Themenstellungen sind.

Auf Du und Du

Die größten Unterschiede zwischen der österreichischen und der Schweizer Kultur liegen wohl in der Kommunikation sowie in der Zusammenarbeit. Es war doch überraschend und ungewohnt, dass sich dort alle duzen, sowohl Kolleginnen und Kollegen, aber auch viele Geschäftspartnerinnen. Das führte dazu, dass man relativ schnell ins Gespräch kam und trug auch dazu bei, Hierarchieebenen zu überwinden.

Punkto Zusammenarbeit war mein persönliches Aha-Erlebnis schlichtweg die vielen Besprechungen, die es wöchentlich – mitunter sogar noch häufiger – gab. Im Allgemeinen gab es deutlich mehr Diskussionen und Austausch als bei uns in Österreich. Dabei wurde das Ziel verfolgt, den Abstimmungsaufwand im Nachgang zu reduzieren. Es hatte aber zwangsläufig auch zur Folge, dass es etwas länger dauerte, bis eine finale Entscheidung vorlag.

Ich würde jetzt nicht so weit gehen und mich nach diesen drei Monaten als Schweizer bezeichnen, und dennoch fühlte ich mich schon sehr bald als echter Einheimischer. Mir ist die Stadt Zürich sehr ans Herz gewachsen und schnell hatte ich meine Lieblingsecken gefunden.

Peter in Zürich

Peter auf der Quaibrücke © Peter Zajic

Job Swap vorbei – und jetzt?

Das Thema Mobility in der Allianz ist sehr facettenreich. Wie es bei mir weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Die Allianz bietet Möglichkeiten in einem anderen Land, in einer anderen Funktion oder auch in einer anderen Gesellschaft zu arbeiten – wenn man das will. Was ich allerdings weiß, ist, dass ich nun bevor ein neues Projekt ansteht, ich einmal bei meinem Schweizer Team anklopfe und mir Inputs von ihnen hole. Denn eventuell haben sie bereits Erfahrungen zu einem gewissen Thema gemacht. Diesen globalen Gedanken, eine etwas andere Sichtweise und viele neue Kontakte nehme ich mit. Wird es ein Wiedersehen in Zürich geben? Definitiv, das habe ich versprochen!

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