Über das richtige Ausmisten des Versicherungsordners

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28. Januar 2015 / geposted in / 0 Kommentare / von Günter Kornfeld

Versicherungsunterlagen zählen zu den allgemein wohl am häufigsten gesammelten Dokumenten. Über die Jahre kommt da jede Menge Papier zusammen. Und auch wenn’s irgendwie geordnet ist, geht ohne regelmäßiges Ausmisten leicht der Überblick verloren.

Ob der Ordner nun rot ist, blau oder in einer anderen Farbe: Das jahrelange Sammeln und chronologische oder sonstwie strukturierte Abheften ist vergebens, wenn im Fall des Falles genau die gesuchte Versicherungsurkunde doch nicht zu finden ist. Oder zumindest gerade nicht dann, wenn sie gebraucht wird. Denn so wie der Wald vor lauter Bäumen nicht zu finden ist, erschwert auch die unnötige Zettelvielfalt den Blick auf das Wesentliche.

Also ran an den oder die Versicherungsordner! Und gleich vorweg: Die goldene Regel schlechthin gibt es nicht. Doch Polizzen über das Ende der Laufzeit hinaus aufzuheben ist nur dann sinnvoll, wenn noch irgendeine Auszahlung erwartet wird oder diese aus steuer- oder erbschaftsrechtlichen Gründen benötigt werden. Sonst ist es ein klarer Fall fürs Altpapier. Auch Zahlscheine von nicht angenommenen Angeboten sind eventuell als Erinnerung zu gebrauchen, diese Deckung demnächst doch noch abzuschließen, andernfalls aber zu entsorgen. Und auch die Haushaltsversicherungspolizze der Junggesellenbude hat irgendwann nur mehr Nostalgiewert. Also weg damit.

Vier Stapel zum Erfolg

Damit ist der Ordner schon ein gutes Stück schlanker geworden – jetzt geht’s wirklich zur Sache. Da dürfen Sie gerne uns Versicherern über die Schulter schauen und das über Jahrzehnte erprobte System knallhart abkupfern: das ganze Konvolut nach Sparten ordnen. Da gibt es Lebensversicherungen, Unfallversicherungen, Krankenversicherungen und Sachversicherungen.

Eine möglichst große freie Fläche ist dabei hilfreich, die sich dann schnell in eine volle Fläche verwandelt, wenn Sie die vielen Zettel nach diesem System zu vier Stapeln schlichten. Nun die Stapel nach Personen im Haushalt ordnen und die jeweiligen Vertrags- bzw. Polizzennummern zueinander finden lassen. Und schon hat sich das tobende Chaos in wunderbare Ordnung verwandelt und verdient der Ordner endlich seinen Namen. Registerblätter zwischen den einzelnen Untergruppen machen diese Ordnung noch perfekt. Ganz nebenbei entdecken Sie dabei sicherlich auch Deckungen und Zusatzleistungen, von denen Sie im Ernstfall profitieren und die sonst in Vergessenheit geraten wären.

Fehlendes ergänzen

Nun ist der Ordner dünner und übersichtlicher – jetzt ist die Zeit gekommen, um wieder etwas zu ergänzen, das fast in jedem Versicherungsorder fehlt: eine Inventarliste seiner Wertsachen. Das klingt nach brutal viel Arbeit und ist es leider auch. Die Zeit dafür ist aber sinnvoll verwendet. Denn rein statistisch wird in Österreich etwa jede halbe Stunde ein Einbruch in Einfamilienhäuser und Wohnungen gemeldet. Und dann ist es gut, wenn man so eine Inventarliste schon angelegt hat.

Um im Fall des Falles einen Schaden angemessen und schnell ersetzen zu können, benötigt die Haushaltversicherung aussagekräftige Dokumente zu Originalität und Qualität der Wertgegenstände. Dies können Rechnungen und Zertifikate sein, auch Fotos sind hilfreich. Doch selbst im Zeitalter der Digitalfotografie hat kaum jemand Bilder seiner Wertsachen. Oftmals ist nicht einmal genau bekannt, wie viele Stücke überhaupt da waren, geschweige denn, welcher Wert dafür angemessen ist. Fotos helfen der Polizei bei der Identifizierung von sichergestelltem Diebsgut, der Versicherung zeigen sie, was vorhanden war. Für die Wertermittlung sind sie aber nur bedingt verwendbar, denn allein von einem Foto lassen sich Qualitätsmerkmale nicht hinreichend feststellen.

Fast echt und ganz echt

Am einfachsten lässt sich der Wert an Hand von Qualitätsangaben bestimmen. Es ist also gut, sich seine Wertgegenstände von einem Experten schätzen zu lassen – bevor etwas passiert! Und schon beim Kauf sollte auf schriftliche Angaben über Goldgehalt, Gewicht und Edelsteinqualitäten geachtet werden: Speziell bei Uhren lässt sich angesichts eines riesigen Fälschungsmarktes oftmals nur mit dem Originalzertifikat des Herstellers die Echtheit nachweisen. Und solche Dokumente immer getrennt von der Wertsache aufbewahren, sonst werden sie nämlich gleich mitgestohlen! Deshalb diese Inventarliste am besten digital archivieren und auch an einem zweiten Standort sichern.

Falls Sie jetzt immer noch stöhnen und ächzen sollten: Ihr Berater oder Ihre Beraterin der Allianz hilft Ihnen im Rahmen eines Life Check-Gesprächs gerne beim Ordner sichten, lichten und schlichten. Ja, und dann gibt es noch einen Weg, um sich die ganze Zettelwirtschaft überhaupt zu ersparen: das Allianz Kundenportal und die e-Polizze.

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