Über die Erregung älterer Herren

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29. Juli 2014 / geposted in / 0 Kommentare / von Günter Kornfeld

Die Interessenvertreter sind die Guten, wir Versicherer decken den Rest des Spektrums ab. So scheint es zumindest. Doch frage ich mich schon immer wieder, ob es wirklich automatisch gleich schlecht ist, wenn wir aufzeigen, wo unser Pensionssystem an natürliche Grenzen stößt. Denn auch mathematische Grenzen sind ja irgendwie natürlich.

So schickten wir vor einigen Wochen mit unseren Aussagen zum staatlichen Pensionssystem wieder einmal ein heftiges Rauschen durch den medialen Blätterwald. Nur jeder zweite der unter 30-Jährigen erwartet laut einer von uns beauftragten Studie noch, dass er im Alter vom Staat eine Pension bekommt. Über alles gerechnet, ist das immerhin ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher!

Interessenvertreter vertreten Interessen – welche?

Eine scharfe Reaktion der Seniorenvertreter Andreas Khol und Karl Blecha ließ da nicht lange auf sich warten. Beide beschwörten umgehend die Stabilität unseres Pensionssystems – und auch die Jungen brauchten sich keine Sorgen zu machen. Die erste Säule unseres Pensionssystems – die staatliche Pension – werde auch in Zukunft als Altersvorsorge reichen.

Um es auf einen sachlichen Nenner zu bringen – mit einem haben sie recht: Es wird auch für heute 30-Jährige eine staatliche Pension geben. ABER: Wird diese Pension reichen, um den im Arbeitsleben aufgebauten Lebensstandard zu halten? Wohl nicht. Wird diese Pension reichen, zumindest die Lebenserhaltungskosten zu decken? Auch unwahrscheinlich. Und als Endvierziger nehme ich mir da die Freiheit, doch ein wenig besorgt zu sein.

Nehmen ist seliger denn Geben

Faktum ist nämlich, dass allen Gegensteuerungsmaßnahmen zum Trotz die Zahl der Pensionisten seit Jahren steigt, auf der anderen Seite aber jene der Berufseinsteiger abnimmt. Dadurch fehlen dem staatlichen Pensionssystem die Einzahler – und der Staatszuschuss muss steigen. Und schon jetzt ist klar, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Eine Kombination von staatlicher Pension und privater Vorsorge lässt mich angesichts dessen schon um einiges ruhiger schlafen. Es liegt auf der Hand, dass vorzusorgen jenen leichter fällt, die dafür das erforderliche Kleingeld flüssig haben: Aber ist es wirklich die Frage, ob ich mir eine Lebensversicherung leisten kann – oder ist das nicht doch eher eine Frage der Prioritäten? Gebe ich mein Verdientes gleich hier und jetzt aus, oder lege ich einen Teil davon für die Zukunft auf die Seite? Wir stellen die Fragen – die Antworten darauf muss sich jeder selbst geben.

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