Social Media: 5 Tipps fürs Eigenmarketing

Einmal online, immer online. Screening oder Background-Checking funktioniert heute via Social Media. © Fotolia #32183892 | Urheber: Jürgen Fälchle


13. Dezember 2017 / geposted in / 0 Kommentare / von Michael Bilina

Fotos aus dem Bierzelt, Bilder vom Sonnenuntergangs-Posing am Strand, ein Selfie vom Siegertreppchen des regionalen Mehrkampfs während des gemeldeten Krankenstands. Das Internet, der große Dorfbrunnen von früher, der virtuelle Wirtshaus-Stammtisch, sieht fast alles und vergisst nichts. Oftmals wird der Auftritt in den sozialen Medien als Bilderbuch für HR-Manager dargestellt – mit der Möglichkeit zum Nachlesen nahezu unendlich vieler Geschichten über Bewerberinnen oder Mitarbeiter. Screening oder Background-Checking sind wohlklingende Namen für scheinbar unbegrenzte Informationsbeschaffung für das Recruiting oder den bestehenden Arbeitgeber.

Ihre Zugangsdaten bitte!

„Schnüffeln“ wirklich alle Arbeitgeber online im Glauben nach den gläsernen Bewerbern oder Mitarbeitern? Statistiken zeigen immer wieder, dass es einfach passiert. Eine Vielzahl von Unternehmen sucht im Internet nach persönlichen Daten. Besonders gewissenhaft scheinen hier vor allem Unternehmen in den USA vorzugehen, einem Land, das auf anonyme Bewerbungen setzt, um jegliche Bias auszuschließen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten soll es auch vorkommen, dass der neue Arbeitgeber den Facebook-Zugang des Bewerbers (inklusive Passwort) wünscht.

Wenn das persönliche Social-Media-Profil von Recruitern „durchleuchtet“ wird … © Fotolia #8896672 | Urheber: Benjamin Haas

Ein Posting mit arbeitsrechtlichen Folgen?

Es gilt zudem, dass das Internet kein (arbeits-)rechtsfreier Raum ist. Ein Posting kann auch arbeitsrechtliche Folgen haben, denn für Äußerungen im Internet gelten dieselben Regeln wie im realen Leben. Und wer glaubt, hinter einem Fake-Profil Anonymität leben zu können, irrt.

Einmal im Netz, immer im Netz

Beachten Sie auf alle Fälle: Auch wenn vielleicht der Arbeitgeber Bilder von unpassenden Situationen oder Postings nicht entdeckt – in vielen Fällen bekommen die befreundeten Kollegen das Online-Leben zeitnahe und „nachhaltig“ mit. Ob das immer gewollt ist?

5 Expertentipps

Wenn schon so viele Unternehmen im Netz nach Informationen suchen: Warum erfüllen Sie dieses neugierige Bedürfnis nicht für ein noch besseres Ego-Marketing?

Tipp 1: Gestalten Sie ein wirklich vielsagendes Profil in Business-Netzwerken, wie XING oder LinkedIn. Wenn Sie schlau sein wollen, könnten Sie ja zwei Profile mit unterschiedlichen Fotos von sich erstellen. Und das LinkedIn-Profil beispielsweise mit englischsprachigen Contents befüllen. Wenn Sie netzwerken wollen, wäre das doch eine vielversprechende Basis.

Tipp 2: Haben Sie bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber daran gedacht, ein Bewerbungsvideo von sich zu drehen? Mit den technischen Möglichkeiten ist das heutzutage ja schon fast ein Klacks.

Tipp 3: Beachten Sie jedenfalls einen Grundsatz des Selbstmarketings: Nicht das WIE der Darstellung ist entscheidend. Es ist das WAS, das sie von anderen Bewerbern unterscheidet. Achten Sie daher auf Ihre Botschaften, die Sie vermitteln. Sie sind einzigartig. Zeigen Sie das auch! Standardfloskeln (pünktlich, freundlich, höflich, …) helfen da nicht weiter. Wie eine Bewerbung mit Strahlkraft aussieht, erfahren Sie in einem meiner Blogbeiträge.

Tipp 4: Trauen Sie sich über die Gestaltung einer persönlichen Webseite? Zugegeben eine besondere Form der Darstellung. Wenn Sie aber eine besondere Herausforderung in einem besonderen Job suchen, dann wäre das ein interessanter Weg.

Tipp 5: Noch einfacher als die Gestaltung einer Website oder die Erstellung eines Videos ist ein spannender Instagram-Account, der wirklich gute Einblicke in Hobbys & Co geben kann.

 

Übrigens: Das Internet vergisst nichts. Es hat aber auch nicht immer Recht. Bei mir stand vor zwei Jahren eine gelaufene Spitzenleistung beim Business Run im Netz: 4,1 km in 13 Minuten 46. Das Problem: Es war nirgends zu lesen, dass eigentlich ein Kollege aus der Abteilung mit meinem Chip gelaufen ist. Nur ein Beispiel dafür, dass Personaler keine Kaffeesudleserei über Menschen vornehmen sollten.

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