Skiunfall und Versicherung

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17. Februar 2017 / geposted in / 0 Kommentare / von Kerstin Klement

Alle vier Minuten passiert in Österreich in den Wintermonaten ein Wintersportunfall, die Dunkelziffer ist noch viel höher. Mehr als 52.000 Wintersportler landen Jahr für Jahr im Spital. Risikofaktor Nummer eins ist dabei der Ski- bzw. Snowboardfahrer selbst, denn die meisten Unfälle passieren ohne Fremdverschulden. Das heißt: Die Personen überschätzen sich, ihr Fahrkönnen und die eigene Fitness. Rund 95 Prozent aller Unfälle sind Alleinunfälle, nur 6 Prozent sind Zusammenstöße mit anderen Pistenbenützern. Welche Versicherungen im Falle eines Skiunfalls nützlich sind, beantworten wir hier für Sie.

Wie verhalte ich mich bei einem Skiunfall?

Bei einem Unfall sollten Sie drei Dinge beachten.

  1. Unfallstelle markieren und Verletzte absichern: Um weitere Zusammenstöße zu vermeiden, machen Sie andere Fahrer auf die Unfallstelle aufmerksam, indem Sie fünf bis zehn Meter oberhalb Ihre Skier oder Skistöcke gekreuzt in den Schnee stecken
  2. Hilfe rufen: Melden Sie den Unfall an die österreichische Bergrettung, erreichbar unter der Telefonnummer 140. Wenn Sie kein Handy dabeihaben, bitten Sie andere Skifahrer um Hilfe, auch bei der nächsten Liftstation oder Hütte können Sie die Einsatzkräfte verständigen.
  3. Erste Hilfe leisten: Bei Unfällen ist jeder Wintersportler zur Hilfeleistung verpflichtet. Sprechen Sie mit dem Unfallopfer und überprüfen Sie die Vitalzeichen. Wichtig ist auch, das Unfallopfer vor Kälte zu schützen.

Wenn Sie im Krankenhaus behandelt wurden, nehmen Sie Ihre medizinischen Unterlagen gleich mit und melden Sie den Unfall sofort an Ihre Unfallversicherung.

Welche Versicherungen sollten Winterurlauber im Gepäck haben?

Um optimal für Ihren Winterurlaub abgesichert zu sein, empfehlen wir eine Unfallversicherung, eine Haftpflichtversicherung und eine Reiseversicherung. Den Preis können Sie direkt online berechnen.

Unfall-, Haftpflicht-, Krankenversicherung: Wann brauche ich was?

Falls bei einem Skiunfall durch Ihre Schuld andere Personen verletzt werden, sind Sie durch die Privat- und Sporthaftpflichtversicherung, die in der Haushaltsversicherung inkludiert ist, abgesichert. Sie wehrt zusätzlich ungerechtfertigte Schadenersatzansprüche an Sie ab. Die Haftpflichtversicherung kommt auch für Schäden auf, die von mitversicherten minderjährigen Kindern verursacht werden. Sie leistet allerdings nur Ersatz für Personen- und Sachschäden von geschädigten Dritten – ihre eigenen Schäden werden damit nicht gedeckt.

Die gesetzliche Krankenversicherung deckt zwar anfallende Behandlungskosten bei Unfall und Krankheit ab, leistet jedoch nicht immer Ersatz für eventuelle Folgeschäden (wie z.B. bei Invalidität) – es gibt auch keine Kapital- oder Rentenleistung. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet sowieso nur im Fall eines Arbeitsunfalles. Eine private Unfallversicherung ersetzt hingegen Bergungskosten, Unfallkosten (wie z.B. Zahnersatz, Therapiekosten oder Spezialoperationen) und übernimmt Heilbehelfe. Bei einer bleibenden Invalidität bekommen Unfallopfer eine Kapitalleistung bzw. eine monatliche Rente ausbezahlt.

Sie können auch überlegen, ob eine private Krankenversicherung für Sie interessant ist. Damit haben Sie als Patient die freie Wahl bei Ärzten und Vertragskrankenhäusern. Eine auf Unfälle eingeschränkte Version bietet die Allianz mit dem Produkt „Sonderklasse nach Unfall“ an. Sie übernimmt sämtliche Operations-, Spitals- und Arztkosten nach einem Unfall im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes.

Außerdem ist eine Reiseversicherung empfehlenswert. Darin enthalten ist eine Reiseabbruchversicherung, die Kosten für nicht genutzte Reiseleistungen übernimmt, z.B. bei plötzlich eintretenden schweren Krankheiten sowie Unfallverletzungen oder auch Ereignissen, die am Urlaubsort die körperliche Sicherheit gefährden. Hier Fall bietet die Allianz einen Jahresreiseschutz an, der weltweit für eine unbegrenzte Anzahl von Reisen beispielsweise eine Reisekranken-, Reisegepäck- sowie Reisestorno- und Reiseabbruchversicherung beinhaltet.

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Um weitere Zusammenstöße zu vermeiden, machen Sie andere Fahrer auf die Unfallstelle aufmerksam. © Fotolia

Wie sieht es mit aufwändigen Transportkosten (Hubschrauber-Einsatz oder Akja) aus?

Die durchschnittlichen Kosten für einen Flugrettungseinsatz belaufen sich auf ungefähr 3.500 Euro. Die Sozialversicherung kommt nicht für Flüge im alpinen Bereich auf. Hier bezahlt die Krankenkasse eine Pauschale von 894,93 Euro für den Transport ins Spital. Die verbleibenden Restkosten müssen vom Patienten bzw. dessen Privatversicherungen getragen werden. In der Allianz Unfallversicherung sind Such- und Bergekosten eingeschlossen. Damit ist Ihre Bergung, egal ob verletzt oder unverletzt, auch mittels Rettungshubschrauber oder Akja inkludiert. Gerade Bergekosten sind oft auch über eine Kreditkarte oder die Mitgliedschaft beim Alpenverein oder ÖAMTC mitversichert.

Weitere Dinge, die man beachten sollte?

Grundsätzlich sollte man sich beim Wintersport so verhalten, dass man sich selbst und andere nicht gefährdet. Ein guter Leitfaden für das Verhalten auf der Piste sind die FIS-Regeln. Außerdem gilt: Vor dem Sport aufwärmen, auf gute, gepflegte Ausrüstung achten – besonders auf einen guten Skihelm – die eigene Fitness und das Können nicht überschätzen und Vorsicht beim Alkoholkonsum.

 

 

Dieser Beitrag ist in einer längeren Version am Blog von Ski Amadé erschienen.

Quelle: KFV, IDB Austria. Zahlen aus 2015

 

 

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