Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch

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20. November 2014 / geposted in / 2 Kommentare / von Michael Bilina

Warum bei Bewerbungsgesprächen für einen Job in der Allianz die Frage nach den Schwächen nicht gestellt wird.

Es gibt im Internet viele Tipps und Ratgeber für das richtige Verhalten bei Bewerbungsgesprächen. Wer nachlesen und sich informieren will, dem empfehlen wir einfach einmal zu googeln.

Wir in der Allianz haben dazu aber eine eigene Sichtweise, denn es gibt einige Gründe, die für uns dafür ausschlaggebend sind, die Frage nach den Schwächen nicht zu stellen.

Die Top 5 Gründe, warum die Frage nach den Schwächen aus unserer Sicht ein FAIL ist:

  1. Für uns stehen die Stärken der Bewerberinnen und Bewerber im Fokus.
  2. Wir wollen keine eingelernten Standard-Phrasen hören.
  3. Wir können nicht mehr über alte Hüte lachen.
  4. Einige Schwächen sind klar – diese muss man nicht hinterfragen.
  5. Wir wollen ein Gespräch auf Augenhöhe führen.

Stärken im Vordergrund

Im Gespräch wollen wir das Augenmerk speziell auf die persönlichen Stärken einer Bewerberin oder eines Bewerbers legen. Und bei den Antworten, die dann kommen, fragen wir auch nach. Unser Tipp: Seine persönlichen Stärken sollte man wirklich erklären können. Finden Sie Beispiele dazu aus der eignen Vita sowie Stärken, die zu dem Unternehmen passen. Eine vermeintlich erwünschte Antwort zu geben, die man nicht wirklich untermauern kann, sagt aus unserer Sicht viel aus – allerdings nichts Gutes!

Keine Standard-Phrasen

Bewerberinnen und Bewerber fragen wir auch deshalb nicht nach den Schwächen, weil es aus unserer Sicht zu viele eingelernte Antworten gibt, die keinerlei Einblick in die Persönlichkeit bieten. Zu oft haben wir gehört, dass ein Kandidat als Schwäche angibt, so ehrgeizig zu sein, dass er erst zufrieden ist, wenn am Ende des Tages alle offenen Aufgaben erledigt sind. Auch wenn Sie im Internet oft den Rat finden, Schwächen so zu formulieren, dass sie eigentlich Stärken sind – mit diesem Trick werden Sie bei uns keine Pluspunkte sammeln können.

Wir haben Halblustiges schon zu oft gehört

Wir haben auch von Bewerbungstrainings an Schulen oder Universitäten gehört, bei denen Bewerberinnen empfohlen wird, bei der Frage nach der persönlichen Schwäche kurz betroffen niederzublicken, um dann „Schokolade“ als Antwort herauszuhauchen. Haha. Einmal kurz gelacht. Aber im persönlichen Gespräch wollen wir auf Augenhöhe Informationen zu Anforderungen der Stelle und Fähigkeiten der Bewerberin oder des Bewerbers austauschen – und nicht Theater spielen. Auch die Gegenfrage auf die persönlichen Schwächen, „Wie viel Zeit haben Sie denn für meine Analyse“, ist für uns nur mehr bedingt lustig.

Wir empfehlen auch folgende Antworten keinesfalls:

  • Ich habe eine Schwäche für Schuhe (das sollten weder Frauen noch Männer behaupten!).
  • Ich vergesse manchmal am Abend meine Zähne zu putzen.
  • Ich suche oft einen zweiten passenden Socken.
  • Meine Schwäche ist, keine zu haben.
  • Fragen Sie nicht mich nach meinen Schwächen – fragen Sie meine Frau/meinen Mann.

Einige Schwächen sind eh klar

Als Berufseinsteigerin oder Berufseinsteiger können Sie nur über eingeschränkte Berufserfahrung besitzen, vielleicht konnten Sie schon Einblicke in die Praxis durch kurzfristige Praktika gewinnen – gegenüber Spezialisten und Expertinnen fehlt es Ihnen aber an da und dort an Wissen. Das weiß der Recruiter aber – und er hat Sie trotzdem eingeladen. Signalisieren Sie in jedem Fall die Bereitschaft zu lernen.

Wir wollen mit Ihnen ein Gespräch auf Augenhöhe führen

Die Recruiter der Allianz präsentieren sich Ihnen im Bewerbungsgespräch nicht als Hobby-Psychologen, die den gläsernen Menschen suchen. Wir suchen die Menschen, die am besten zur Allianz passen.

Trotzdem hier unser Tipp für eine „richtige“ Antwort, falls Sie die Frage nach Ihren Schwächen einmal gestellt bekommen. Bedenken Sie, dass Sie Stärken haben, Eigenschaften, die Sie wirklich besonders gut zeigen und beweisen können. Sie werden aber nicht überall so hervorragende Fähigkeiten haben – das könnte doch eine Schwäche sein.

 

 

2 Kommentare
  • Legendär!!
    Jahrzehnte lang unterrichtete ich in Bewerbungstrainings die Abkehr vom alten Stärken – Schwächen Thema.
    Statt dessen wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermutigt, ihre WESENtlichen EIGENschaften (ihrem Wesen eigen) zu formulieren und zu begründen…
    … und zu verstehen, dass eine Eigenschaft mehr oder weniger „nützlich“ sein kann, je nachdem welche(n) der drei Filter man darüber legt:
    – die Situation in der ich sie anwende
    – die Dosis
    – die Sichtweise anderer

    (Auch die Sequenz mit den „Hobby-Psychologen“ hatte ich wortwörtlich verwendet)

    Und wir bei der Allianz haben es im Recruiting umgesetzt! Herrlich – vorbildlich – modern – authentisch. Ich freu mich wirklich!

    • Danke für den Beitrag.
      Mit Ihrem Ansatz, den Sie schon lange in Bewerbungstrainings weitergegeben haben, waren Sie, zugegebener Maßen, Ihrer Zeit voraus.
      Den Finger im Bewerbungsgespräch dorthin zu legen, wo es weh tut, ist wirklich eine einfache, wenn auch problematische Vorgehensweise.
      Wir wollen uns in der Berufs-Allianz als Partner fühlen – auf Augenhöhe – da ist eine Focusierung auf die Schwächen einer Bewerberin oder eines Bewerbers der denkbar falsche Zugang.
      Uns sind die Stärken einer Person wichtig!

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