Wieso brauchen Schüler eine zusätzliche Unfallversicherung?

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13. September 2017 / geposted in / 3 Kommentare / von Kerstin Klement

Nach neun Wochen Sommerferien hat in Österreich wieder die Schule begonnen. Das heißt auch: Vorbei ist die Urlaubszeit, die ruhigen Straßen, das schöne Wetter.

Ich hatte das Glück, in einer kleinen Gemeinde in der tiefsten Südsteiermark aufzuwachsen, wo sich Fuchs und Henne noch gute Nacht sagen, jeder jeden kennt, Autos maximal dreimal am Tag vorbei fuhren und mein Schulweg zu Fuß geschätzte drei Minuten dauerte. Gefahrenpotenzial: gering. Eine behütete Kindheit.

Das hat sich mittlerweile verändert, nicht nur in meiner Heimat. Es gibt nicht mehr viele solcher Plätze, wo ein Kind unbedarft spielen und seinen Bewegungsdrang ausleben kann. In Österreich sind zum Beispiel 6,9 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen. Eltern sind zum Großteil berufstätig, die Aufsichtspflicht außerhalb der Schulzeit ist ein „Nice to have“.

Wann greift die gesetzliche Unfallversicherung?

Wussten Sie eigentlich, dass drei von vier Unfällen, die Kindern im Alter zwischen 0 und 14 Jahren zustoßen, in der Freizeit und beim Sport passieren? In Österreich verletzen sich pro Jahr etwa 83.000 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Während bei den Jüngsten die meisten Unfälle noch in den eigenen vier Wänden passieren, verletzten sich Schüler am häufigsten beim Sport. Am gefährlichsten sind Fußballspielen und Radfahren, hier passieren die meisten schweren Unfälle.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Krankenversicherung und einer Unfallversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt anfallende Behandlungskosten bei Krankheiten und Unfällen ab. Daneben gibt es die Unfallversicherung, die für Folgeschäden aus einem Unfall aufkommt.

Die gesetzliche Unfallversicherung sorgt dafür, dass das Kind in der Schule, auf dem Schulweg und bei Schulveranstaltungen gegen Unfallfolgeschäden abgesichert ist. Das gilt allerdings nur für Kinder ab dem verpflichtenden Kindergartenjahr.

Versicherungsschutz laut AUVA © Allianz

Versicherungsschutz laut AUVA © Allianz

Kinder sind in der Freizeit nicht unfallversichert

In den Schulferien, in der Freizeit und am Wochenende sind Kinder zwar gesetzlich krankenversichert, jedoch nicht unfallversichert. Das heißt, dass alle Folgeschäden aus Unfällen, die zuhause, bei Freunden, beim Sport oder im Urlaub passieren, nicht gedeckt sind.

Komplizierter wird es allerdings, wenn Kinder nach der Schule noch einen Hort besuchen. Der Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls besteht nur dann, wenn der Eigentümer oder Betreiber der Schule derselbe ist. Ansonsten deckt die gesetzliche Unfallversicherung die Folgeschäden nicht ab.

Gefahr lauert auch daheim

Dass Unfälle zu Hause überproportional oft geschehen, wird leider nach wie vor stark unterschätzt. Statistiken zeigen: Mehr als die Hälfte aller Unfälle von Kindern unter fünf Jahren passieren zu Hause oder in der unmittelbaren Wohnumgebung. Die häufigste Unfallart sind Stürze, sie haben zumeist Knochenbrüche, Prellungen und offene Wunden als Folge.

Verletzte/er mit Hauptwohnsitz in Österreich, deren Verletzung in der Unfallambulanz nachversorgt wurde. Hochrechnung (Durchschnitt 2013-2015). © KFV, IDB Austria.

Die meisten Versicherungen bieten mittlerweile eine Schülerunfallversicherung an, bei der Allianz kann man sein Kind um 5€ im Jahr versicheren. Diese Lösung ist der Basisschutz zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung. Abgesehen davon gibt es auch die Möglichkeit, Kinder individuell zu versichern. Hier werden Risiken wie Unfallrente, dauernde Invalidität, Knochenbruch, Spitalgeld und mehr abgedeckt.

Auch wenn man der Meinung ist, dass die Kinder in einer sicheren Umgebung aufwachsen: Unfälle passieren eben. Grund genug, darüber nachzudenken, ob man die Risiken für die Familie ausreichend abgedeckt hat.

Nähere Infos zur gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie auch auf der Website der AUVA.

Der Beitrag ist im Original am 2. September 2014 erschienen und wurde aktualisiert. 

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