Schäden durch Haustiere – die 3 wichtigsten Fragen

© Fotolia chalabala


7. Juli 2016 / geposted in / 8 Kommentare / von Lisa Wissenwasser

Unter uns Haustierbesitzern oder Tierliebhabern: Freud und Leid liegen oft schon recht nah beieinander, oder? So sehr wir unsere tierischen Begleiter nämlich auch lieben, so schnell können sie durch ihr unkontrolliertes Verhalten mitunter große Schäden anrichten (und Herrchen und Frauchen zur Weißglut treiben). Aber für welche Schäden, die das geliebte Haustier verursacht, kommt die Versicherung auf?

Welche Versicherung deckt Schäden durch Haustiere?

Von der zerbrochenen Vase des Nachbarn über zerbissene Schuhe der besten Freundin bis hin zur zerkratzten Brille  des Arbeitskollegen – Schäden, ob groß oder klein, passieren schneller, als man denkt. Zum Glück ist in jeder Haushaltsversicherung auch eine Privathaftpflichtversicherung inkludiert. Diese beinhaltet nämlich eine Art „Versicherung für Haustiere“ und deckt jene Schäden an Dritten, die aus der Haltung von in Österreich üblichen Kleintieren – die ohne behördliche Genehmigung in der Wohnung gehalten werden dürfen, wie zum Beispiel Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen – entstehen.

Schäden, die durch größere Tiere (Pferde, Hunde etc.) verursacht werden, sind in der Privathaftpflichtversicherung nicht mitversichert. „Grund dafür ist das größere Risiko, das Hunde im Gegensatz zu generell mitversicherten Kleintieren darstellen“, erklärt Sabrina Painhaupt aus dem Allianz Market Management. „Damit man aber auch als Halter eines Hundes gegen etwaige Schadenersatzansprüche versichert ist, gibt es die sogenannte Hunde-Haftpflichtversicherung. Diese kann bei uns zusätzlich zur Haushaltsversicherung abgeschlossen werden.“ Springt der Hund also während des Gassi-Gehens eine Joggerin an und beißt sie in die Hand oder hinterlässt Kratzspuren, ist dies durch die Hunde-Haftpflichtversicherung gedeckt. Übrigens: In einzelnen österreichischen Bundesländern, wie beispielsweise Wien, ist eine Haftpflichtversicherung für Hunde gesetzlich vorgeschrieben.

Empfehlenswert für Tierbesitzer ist auch eine Rechtsschutzversicherung, wenn beispielsweise ein Strafverfahren droht, weil der Hund den Briefträger gebissen hat. „Diese unterstützt bei Rechtsfragen, um finanzielle Risiken bei Rechtsstreitigkeiten zu minimieren“, so die Expertin. Aber auch die Haftpflichtversicherung bietet rechtliche Unterstützung, beispielsweise bei der Abwehr von unberechtigten Ansprüchen.

Wer haftet für Haustier-Schäden am Wohnungsinhalt?

Wie oft habe ich versucht, meiner Katze zu erklären, sie solle bitte nicht mein Hab und Gut als Kratzbaum verwenden? Zwecklos. Binnen weniger Tage schaute nämlich der neue Ledersessel aus wie ein Werk moderner Kunst, der Strickpullover wie ein Fadenvorhang und der Küchentisch … Naja, wie gesagt. Das Problem ist nur: Für Eigenschäden, also Schäden am eigenen Hausrat, kommt kein Versicherungsprodukt auf. Dafür ist man selbst verantwortlich. Stichwort: Erziehung. Die ist bei Katzen zwar nicht einfach, aber wenn man früh damit beginnt, hat man das eine oder andere Mal vielleicht sogar ein Erfolgserlebnis. Hoffentlich.

Sind Haustier-Schäden an der Mietwohnung gedeckt?

Nicht nur über den Wohnungsinhalt machen sich die kleinen Tiere gerne her. Auch die Wohnung an sich fällt ihren Krallen häufig zum Opfer. Man denke nur an zerkratzte Parkettböden, abgewetzte Tapetenstücke oder abgenagte Türstöcke. „Mietsachschäden sind in der erweiterten Privathaftpflichtversicherung mitversichert, jedoch nur für Mietverhältnisse mit einer maximalen Dauer von zehn Monaten. Schäden an dauerhaft gemieteten Räumlichkeiten sind nicht gedeckt“, erklärt Painhaupt.

Haben Sie noch Fragen? Lesen Sie doch mal in unseren Blog-Beitrag zum Thema Haftpflichtversicherung hinein. Oder wenden Sie sich ganz einfach an unsere Beraterinnen und Berater.

8 Kommentare
  • Hallo,

    der Beitrag ist sehr interessant und hilfreich. Wir möchten uns demnächst eine Katze anschaffen und brauchen dafür eine richtige Versicherung. Es kann schnell zu einem Schaden kommen. Deshalb ist uns eine gute Versicherung sehr wichtig.

    Gruß
    Teresa

  • Guten Tag,

    Ich bin Eigentümerin von 2 aneinandergebauten Häusern (Reihenhaus). Eines davon ist vermietet. Im Mietvertrag ist geschrieben, dass Tierhaltung nur unter schriftlicher Zustimmung durch den Vermieter gestattet ist.
    Zu Mietbeginn von 2 Personen (Mann,Frau) habe ich zur Haltung von 2 Wohnungskatzen mündlich zugestimmt, da mir die Mieterin auch versichert hat, die Katzen haben noch nie Freiland betreten und sie hätte bedenken sie auch frei laufen zu lassen. Da sich meine Häuser neben einer gut befahrenen Bezirksstraße befinden und ich auch Hundebesitzer bin, hatte ich mit dieser Entscheidung keine Bedenken.
    Nun ist die Mieterin vor ca. 1 Jahr ausgezogen und der Mieter hat die Katzen behalten.
    Die Katzen wurden nun zu Freigängern !! Obwohl sie in Abwesenheit von uns, vor allem meines Hundes, auf meinem Grundstück spazierten, sich entledigten, auf meine Fensterbänke ihre mit Erde verschmierten Pfoten hinterließen und auch meine Fenster von Katzenpfoten verschmiert waren/sind habe ich mich weder beschwert noch Unterlassung ausgesprochen !!!!
    Vor ca. 3 Wochen jedoch muss eine Katze des Mieters bei gekippten Fenster und Anwesenheit meines Lebensgefährten, er befand sich nicht unmittelbar im Wohnzimmer in dieses eingedrungen sein.
    Wir haben eine Firma ca. 90 km entfernt von unserem Hauptwohnsitz, wo ich mich und auch mein Hund, in letzter Zeit meist aufhalte.
    Mein Lebensgefährte ist an diesem Tag, nach schließen aller gekippten Fenster zu mir an die Arbeitsstelle gefahren.
    Nach 4 Tagen haben wir von unserem Mieter eine Nachricht erhalten, dass sich die Katze bei uns im Haus befindet, darauf hat die Schwester meines Lebensgefährten die Katze befreit.
    Natürlich kann man sich vorstellen, was in dieser Zeit an Katzenurin und Kot in meinem Wohnzimmer entledigt wurde. Mehrere Teppiche aus Auslandsreisen und ein Wollteppich im „Fransenlook“ sowie 2 Wollpullover, handgestrickt und andere Bekleidungsstücke aus denen faustgroße Löcher heraus gebissen wurden!!!
    Gott sei Dank die Katze hat überlebt !!!
    Aber wer haftet jetzt für die Schäden?? Der Mieter sowohl auch seine Versicherung bei der Helvetia (Haftpflicht) beruhen sich darauf, dass eine Katze ein Wildtier sei, und nicht einzusperren ist. Und aus diesem Grund besteht auch keine Haftungspflicht !!!
    Kann es das sein??? Dass ich als Bürger Österreichs und mein Eigentum von der Haftung eines Tierhalters ausgeschlossen bin???
    Das würde mich doch sehr stark wundern. Vor allem was mache ich in Zukunft ???
    Keine Fenster mehr zu öffnen damit in Zukunft vielleicht mein Fernseher oder meine Ledercouch nicht unbrauchbar zurückbleiben???
    Ich möchte auch noch anführen, dass ich 25 Jahre in diesem Haus wohne, in der Nachbarschaft auch immer Katzen gehalten wurden/werden, jedoch noch nie eine Katze in mein Haus eingedrungen ist !!!
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir meine Rechte definieren könnten, da ich natürlich auch im Zivilrecht und im BGB nach gegoogelt habe, jedoch so viele unterschiedliche Definitionen gefunden habe, und damit überfordert bin, bzw. keine rechtliche Grundlage zur Haftungspflicht für Katzen gefunden habe.

    Vielen Dank für Ihre Antwort

    Car Angelika

    • Liebe Frau Car,
      hmm, das klingt ja gar nicht gut. Grundsätzlich ist es so, dass derjenige für einen Schaden haftet, der ihn einem Dritten zufügt. Am besten ist es natürlich, mit dem Eigentümer der Katzen zu sprechen. Danach bitte den Fall an dessen Haushaltsversicherung melden. Von dort bekommen Sie dann eine Stellungnahme bzw. Entscheidung. Wenn Sie eine schriftliche Ablehnung bekommen, können Sie dagegen Rechtsmittel einlegen. Der Fall scheint nicht ganz unkomplex zu sein. Ich schlage daher vor, dass Sie sich bereits vorher anwaltlich beraten lassen. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung? Dann wär’s am besten, mit dieser den Fall zu besprechen. Der hinzugezogene Rechtsanwalt kann den Fall eventuell mit der Haftpflichtversicherung klären oder vertritt Sie dann in einem Verfahren.
      Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.
      Viele Grüße
      Josef Glatzl, Allianz Unternehmenskommunikation

  • Ich habe derzeit einen ähnlichen Fall.
    Ich habe seit 8 Wochen ein neues Auto. Von Anfang an erwählte der nachbarliche Maine Coon Kater dieses als Ausichtspunkt. Abwehrspray, abdecken mit Erstehilfedecke (Rascheleffekt) und Ultraschall störten ihn nicht. Das Auto ist unter meinem Carport geparkt. Auch Gespräche mit der Nachbarin konnten nicht verhindern, dass der Kater blieb. Als ich eines Abends den Müll raus brachte erschreckte er sich so sehr, dass er beim Absprung Kratzer hinterlies. Unglücklicherweise über Dach und Seitentürholm. Schaden unglaublicherweise von über 1.000€. Die Versicherung (Wüstenrot) der Nachbarin bei der ich auch versichert bin lehnte gleich ab. Obwohl die Katze ausdrücklich versichert ist. Der Sachverständige versetzte mich an einem Termin und schob mich am letztem Arbeitstag dann doch noch ein. Ich erhielt die Nachricht dass er die Ursache der Spuren bezweifelt. Die Tatsache das es sich um ein großes Tier und keine normale Hauskatze handelt blieb außer acht. Da war das Auto 4 Wochen alt. Im Grunde stellt er mich und meine Aussage in Frage. Ich habe Fotos wo Spuren des Katers zu sehen sind. Seine Haare detto. Wie kann ich nun vorgehen? Für mich stellt sich natürlich die Frage ob bei großen Schäden meine Versicherung mich auch so im Regen stehen lässt.(wäre ja eigentlich der Slogan).
    Vielen Dank für die Antwort

    • Hallo Manuela,
      danke für Ihre Anfrage. Das klingt leider sehr unglücklich. Am besten ist es natürlich, wenn Sie nochmals mit Ihrer Nachbarin sprechen, um zukünftige Schäden durch den Kater zu verhindern. Haben Sie den abgelehnten Schadenfall bereits mit Ihrem Versicherungsbetreuer besprochen? Wie im obigen Kommentar mit ähnlichem Sachverhalt können auch Sie gegen eine schriftliche Ablehnung Einwand erheben. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, wenden Sie sich bitte umgehend an jene. Entweder kann diese den Schadenfall außergerichtlich klären oder sie unterstützt Sie bei rechtlichen Schritten.
      Ich hoffe, die Antwort hilft Ihnen ein wenig weiter.

      Liebe Grüße aus der Blogredaktion
      Stephanie Scheubrein

  • Sehr interessanter Beitrag der auch wirklich Mehrwert liefert, habe selbst mehrere Katzen und bin nun am überlegen ob eine Versicherung für mich sinnvoll wäre.

  • Guten Abend!

    Demnächst wollen mein Partner und ich eine Wohnung für die nächsten 5 Jahre mit unserem Hund mieten. „Die Haltung eines mittelgroßen Hundes wird zugestimmt, wobei die Mieter für anfällige durch das Tier entstandene Schäden die volle Haftung übernehmen und die entsprechende Versicherung abschließen.“, schieb der Vermieter. Die „entsprechende Versicherung“ nehme ich an ist die Hunde-Haftpflichtversicherung. Da die Wohnung einen neuen Boden hat, habe ich Angst der Hund könnte diesen zerkratzen. Sie schreiben in diesem Artikel die Versicherung übernimmt solche Fälle nur bei einer Mietdauer von maximal 10 Monaten. Inwiefern bringt mir die Hunde-Haftpflichtversicherung bei diesen eventuellen Schäden bei einem Mietverhältniss von 5 Jahren etwas?

    EInen großen Lob an diesen Beitrag!

    Mit freundlichen Grüßen, Eva

    • Liebe Eva,

      zunächst: vielen Dank für das Lob! :)

      Zu Ihrer Frage: In der Haftpflichtversicherung (gilt sowohl für die „normale“ als auch die Hundehalter-Haftpflichtversicherung) sind Schadenersatzverpflichtungen wegen Schäden an Sachen, die der Versicherungsnehmer gemietet, geliehen, gepachtet oder geleast hat, nicht versichert. Heißt also: Schäden an Mietwohnungen (egal, ob durch den eigenen Hund oder den Versicherungsnehmer verursacht), die über die normale Abnützung hinausgehen, sind nicht versichert. Im Produkt der Allianz wird dieser generelle Ausschluss für kurzfristige Mietverhältnisse mit bestimmten Konditionen aufgeweicht: Gedacht wird hier vor allem an Schäden zum Beispiel an Hotelzimmern oder Ferienwohnungen, die ja nur kurzfristig „gemietet“ werden.

      Unser Tipp: Sollte es im Zuge der Beendigung des Mietverhältnisses zu Streitigkeiten im Zusammenhang mit etwaigen Schäden und deren Kostenübernahme kommen, kann eine Rechtsschutzversicherung eine Lösung sein.

      Liebe Grüße aus der Blog-Redaktion,
      Lisa Wissenwasser

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.