Rechtlich richtig grillen

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25. Juli 2017 / geposted in / 0 Kommentare / von Stephanie Scheubrein

Sommer ist Hochsaison für Grillfans. Ob im eigenen Garten, auf öffentlichen Grillplätzen oder zuhause auf dem Balkon – gegrillt wird in Österreich gerne und oft. Aber darf ich überhaupt einfach so „drauf los grillen“? Wir klären auf, was es zu beachten gibt, um sich beim Grillen nicht rechtlich die Finger zu verbrennen:

Ist beim Grillen im eigenen Garten alles erlaubt?

Wie für vieles im Leben gibt es ebenso fürs Grillen grundsätzliche Regeln, die sowohl von Hauseigentümern wie auch von Mietern zu beachten sind. So muss das Grillen fachmännisch unter Verwendung von geeigneten Grillvorrichtungen und Grillkohle passieren. Verboten sind laut Landesgesetzen offene Bodenfeuerstellen und das Verbrennen von biogenen Abfällen. Anzünder wie Benzin oder Spiritus sollten vermieden werden.

Wie weit ein Nachbar mögliche Einwirkungen durch Rauch, Geruch, Lärm usw (sog. Immissionen) dulden muss, hängt stets von den örtlichen Verhältnissen, also der Art, Stärke und Dauer der in der Umgebung üblichen unangenehmen Einwirkungen, ab. Fachgerechtes Grillen einmal die Woche ist grundsätzlich in den meisten Gegenden als „ortsüblich“ anzusehen. Sofern also keine immensen Rauch- und Geruchsschwaden jeden Tag auf das nachbarschaftliche Grundstück einwirken, hat der Nachbar gelegentliche Rauch- und Geruchseinwirkungen  grundsätzlich zu dulden. Wird das ortsübliche Maß jedoch überschritten oder die ortsübliche Benutzung des Objekts wesentlich beeinträchtigt, steht jedem Nachbarn, der dadurch gestört wird, ein Unterlassungsanspruch gemäß § 364 Abs 2 ABGB zu.

Sollte die Grillfeier eventuell einmal länger dauern, sollten zwecks nachbarschaftlichen Friedens vorab die umliegenden Bewohner informiert werden, denn die in den meisten Gemeinden festgelegten nächtlichen Ruhezeiten gelten zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.

Welche Vorschriften muss ich bei einer Grillparty am Balkon beachten?

Informationen zum erlaubten und unerlaubten Grillvergnügen sind meistens in der Hausordnung oder in Mietverträgen verankert. Oft finden sich dort auch Informationen zu Grillplätzen und Grillzeiten, die beispielsweise auch über die allgemeine Nachtruhe hinaus eingeschränkt sein können. Es ist durchaus möglich, dass Vermieter bestimmte Bereiche in Hausanlagen oder etwa den Innenhof zur grillfreien Zone erklären. Da die Rechtsprechung bisher keinen Unterschied zwischen Kohle- oder Elektrogrill macht, ist im Falle eines Grillverbots im Wohnhaus auch die Benutzung einer elektrischen Variante unerlaubt. Ignoriert oder verstößt ein Mieter gegen die Hausordnung, könnte ihm im schlimmsten Fall die Kündigung drohen.

Werden andere Mieter nicht unzumutbar beeinträchtigt, ist das Grillen auf Terrassen und Balkonen grundsätzlich erlaubt. Trotzdem sollte man sich die Gegebenheiten ansehen: Auf einer Dachterrasse wird ein Grillabend die Nachbarschaft weniger stören als auf einem Balkon in der ersten Etage eines mehrstöckigen Wohnhauses.

Kommt es trotz fachgerechtem, dem Mietvertrag oder der Hausordnung entsprechendem Grillen zu Nachbarschaftsstreitigkeiten, kann eine Rechtsschutzversicherung hilfreich sein. Will man sich vorab informieren, um etwaige Rechtsstreitigkeiten gar nicht erst entstehen zu lassen, klären Rechtsanwälte im Rahmen der Rechtsberatung rasch und unkompliziert über Rechte, Pflichten und Möglichkeiten auf.

Darf ich in der freien Natur grillen?

Außerhalb von Wohngebieten – etwa auf freiem Feld – ist das Grillen meistens durch Landesgesetze untersagt. In Naturschutzgebieten besteht grundsätzlich ein Grillverbot. (§ 170 StGB)

In Wien gibt es zum Beispiel öffentliche Grillzonen und Grillplätze, die heuer von 8. April bis 8. Oktober 2017 zur Verfügung stehen. Im Draschepark und im Donauinselbereich sind diese sogar ganzjährig geöffnet. Details zur Miete gibt es auf der Website der Stadt Wien.

Grillfans kommen auch im restlichen Österreich auf ihre Kosten – hier finden Sie einen Auszug der schönsten Grillplätze von Wien bis Vorarlberg.

Aber Achtung: Bei anhaltender Hitze und Trockenheit gilt in vielen Teilen Österreichs ein Grillverbot auf allen öffentlichen Grillplätzen, im Wald und in waldnahen Gebieten sowie auf privaten Flächen, wenn sich diese im Gefährdungsbereich befinden.

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