Nachhaltige Veranlagung leicht gemacht

© Michel Gunther, WWF-Canon


11. Dezember 2014 / geposted in / 0 Kommentare / von Kerstin Klement

In Zeiten des Überangebots am Markt, wie wir sie momentan erleben, treffen wir Kaufentscheidungen nicht mehr nur nach dem Preis. Was unserer Gesellschaft stattdessen wichtig ist: Bioprodukte, regionale und saisonale Angebote, Fairtrade-Waren. Dafür sind wir sogar dazu bereit, ein bisschen mehr zu bezahlen. Mir zum Beispiel ist es nicht egal, dass Fleisch aus Massentierhaltung nicht gesund sein kann, Plastiksackerl schlecht für die Umwelt sind und der CO2-Ausstoß unserer Kraftfahrzeuge für den Klimawandel mit verantwortlich ist. In den letzten Jahren wurde, vor allem durch die Medien und das Internet, unser Bewusstsein in diese Richtung geschärft. Die Möglichkeiten, Nachhaltigkeit im eigenen Leben einfach umzusetzen, sind gestiegen.

Nachhaltigkeit und Geldanlage – geht das?

Trotzdem gibt es immer noch viele Bereiche, wo in Richtung Nachhaltigkeit bis dato erst sehr kleine Schritte gemacht worden sind. Wissen Sie zum Beispiel, ob Ihre Pensionsvorsorge nachhaltig veranlagt ist oder wie das Geld eingesetzt wird, das auf Ihrem Sparbuch liegt? Um mehr Nachhaltigkeit auch in die Finanzbranche zu bringen, haben wir uns schon vor einigen Jahren mit dem WWF zusammengetan. Die zentrale Frage lautet: Was können wir tun, um gemeinsam eine nachhaltigere Welt für nachfolgende Generationen zu sichern?

Als Antwort auf diese Frage haben wir uns nicht einfach bloß dazu entschieden, zusätzlich zu unserem bestehenden Veranlagungsangebot einen Nachhaltigkeits-Fonds anzubieten (das tun wir sowieso). Wir gehen weiter. Der WWF hat unser gesamtes veranlagtes Kapital analysiert und bewertet, das sind immerhin 7 Milliarden Euro, eine unvorstellbare Summe für den Ottonormalverbraucher. Und genau diese Kapitalanlagen wollen wir jetzt noch verbessern.

In Kooperation mit 70 Experten aus verschiedenen Organisationen wie der WU Wien, der Arbeiterkammer, der Caritas, KPMG oder der OeNB und vielen weiteren hat der WWF in den letzten fünf Jahren ein innovatives Investmentbewertungsmodell entwickelt, das anhand eines Punktesystems die wichtigsten Wertpapierklassen analysiert. Das sind:

 

Das Ergebnis für die Kapitalanlagen der Allianz nach dem Bewertungsmodell des WWF. © Allianz

Das Ergebnis für die Kapitalanlagen der Allianz nach dem Bewertungsmodell des WWF. © Allianz

 

Alle Titel in unserem Portfolio wurden anhand dieses Bewertungsmodells betrachtet. Jedes Unternehmen, jeder Staat, jede Aktie und jeder Pfandbrief bekommen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Wirtschaft Punkte zugeteilt. Abhängig davon, wie viele Punkte ein Wertpapier dann insgesamt erhält, werden ihm dann unterschiedliche Farben zugeteilt (siehe Grafik oben). In diesem Analyseprozess hat der WWF festgestellt, dass sich die gesamten Kapitalanlagen der Allianz zu 83 Prozent im grünen und gelb-orangen Bereich befinden.

Um diesen Wert noch zu verbessern und den roten Bereich so weit wie möglich zu verkleinern, haben wir uns konkrete Nachhaltigkeitsziele für unsere Kapitalanlagen gesetzt. So ziehen wir uns zum Beispiel freiwillig ab 2015 aus Kohleabbau-Investments zurück und setzen stattdessen verstärkt auf erneuerbare Energien, wie zum Beispiel Windkraft und Solarenergie. Durch diese Maßnahmen wollen wir bis 2020 insgesamt 88 Prozent unseres Portfolios in den grün-gelb-orangen Bereich bringen.

Was sind die Vorteile dieses neuen Bewertungsmodells?

Die Umstellung erfolgt in einem langfristigen Prozess mit klaren und messbaren Nachhaltigkeitszielen. Die Anpassung passiert Schritt für Schritt und ist vertraglich mit dem WWF fixiert. Unsere Kundinnen und Kunden sollen wissen, wie nachhaltig ihr Geld investiert wird und das auch bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen können.Rendite und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand, das zeigen auch unabhängige Studien.

Wenn der Gedanke, nachhaltig zu veranlagen, auf Interesse in der Branche stößt und andere Unternehmen dem Beispiel der Allianz Österreich folgen, kann dies große Auswirkungen haben. Denn wir glauben: Um eine nachhaltigere Welt zu schaffen, ist die transparente und verantwortungsvolle Lenkung der globalen Kapitalströme die Lösung. Wir sind gefordert, nicht nur an die Zukunft zu denken, sondern sie konstruktiv und proaktiv zu gestalten.

Genauere Informationen dazu finden Sie hier.

 

 

 

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