Hinter den Kulissen: Nachhaltigkeit „made by Allianz und WWF“…

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14. April 2016 / geposted in / 0 Kommentare / von Markus Hinterberger

„Die Lenkung der Kapitalströme ist die Nachhaltigkeit der Zukunft“, erklärt Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. Mit dieser Vision hat die Allianz als erstes Unternehmen in Österreich ihre gesamten Kapitalanlagen – rund 7 Milliarden Euro – unter ein innovatives Investmentbewertungs-Modell des WWF gestellt. Im Interview blicken Armand Colard, damaliger Projektleiter bei WWF Österreich, und Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich, auf die Anfänge zurück und verraten, was Badewannen damit zu tun gehabt haben …

Armand Colard: 2009 war die Allianz schon ein Jahr Mitglied bei der WWF CLIMATE GROUP. Bei Veranstaltungen hat Allianz Chef Wolfram Littich immer wieder davon gesprochen, dass der größte Hebel für Nachhaltigkeit seiner Meinung nach in den Kapitalanlagen liegt.

Martin Bruckner: Es war eine Idee, die gemeinsam mit dem WWF entstanden ist. Ich erinnere mich noch gut daran, als wir ein gemeinsames Meeting hatten, auf der Seite der Allianz war die Vorsorgekasse und die Investmentbank dabei. Da haben wir ausgelotet, was wir tun können …

Armand Colard: … der ursprüngliche Fokus lag ja auf Überlegungen, wie die Allianz Vorsorgekasse nachhaltiger investieren könnte …

Martin Bruckner: Ja, genau – und dann haben wir gesagt: „Think big!“ Wenn wir nachhaltige Veranlagung angehen, dann g’scheit, und dann gleich fürs gesamte Portfolio. Als wir das Konzept des WWF gesehen haben, war für uns recht schnell klar: Ja, das gefällt uns, so machen wir das.

Was waren die größten Herausforderungen?

Armand Colard: Ganz ehrlich? Wir wussten, dass wir eine Mammut-Aufgabe vor uns haben. Aber trotzdem haben wir es uns zu Beginn einfacher vorgestellt. Es gab immer wieder kleine, unvorhergesehene Mini-Projekte, die notwendig waren, um weiter zu kommen.

Martin Bruckner: Wir haben immer gesagt: Wir geben uns die Zeit, die es braucht, um unser großes Ziel zu erreichen. Es galt das Motto „Qualität vor Zeit“.

Woran haben Sie sich bei der Entwicklung des Modells orientiert? Es gab auch schon davor Nachhaltigkeitsmodelle für Investments …

Martin Bruckner: Das stimmt nur bedingt. Ich kann Ihnen die Ausgangssituation schildern, von der wir losgestartet sind: Wenn man die Möglichkeiten weltweit untersucht, nachhaltig zu veranlagen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Nehmen wir an, Sie bauen ein Haus. Dabei können Sie einen grünen Ziegelstein kaufen (Anm.: gemeint ist die kleine Nische der nachhaltigen Fonds) oder Absichtserklärungen, dass Sie eines Tages gewillt sind, bei Ihrem Hausbau einen grünen Ziegelstein zu erwerben (Anm.: gemeint sind große Sektor-Initiativen auf freiwilliger Basis mit zu wenig Durchschlagskraft). Wir wollten ein Nachhaltigkeitsmodell entwickeln, mit dem wir ein ganzes Haus „grün“ bauen können – jedoch nicht nur die Außenmauer, sondern auch den Inhalt.

An der Modellentwicklung waren nicht nur die Allianz und der WWF beteiligt. Es war Ihnen, Herr Colard, wichtig, auch andere Akteure am Prozess zu beteiligen …

Armand Colard: Insgesamt waren vierzig Organisationen beteiligt, also diverse Stakeholder und insgesamt siebzig Experten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, die unter der Federführung des WWF zusammengeführt wurden und wertvolle Inputs für das Modell geliefert haben.

Bei so vielen Stakeholdern, noch dazu aus unterschiedlichen „politischen“ Richtungen, gab es da nicht viele unterschiedliche Sichtweisen?

Armand Colard: Es war eine sehr diverse Gruppe, das stimmt – nichtsdestotrotz war der Prozess erstaunlich konstruktiv. Es ging nicht darum, sich gegeneinander zu matchen, es stand immer das hehre Ziel im Vordergrund, Möglichkeiten zu finden, wie man den Finanzmarkt nachhaltiger und transparenter gestalten kann.

Als sich die Stakeholder dann auf insgesamt 100 Indikatoren geeinigt hatten – wie ging es weiter?

Martin Bruckner: Auf Allianz Seite wurde das Modell durch die Allianz Investmentbank begleitet. Wenn man die IT dazurechnet, waren wir insgesamt zehn Kollegen. Ich zolle meinem Team und dem WWF größten Respekt: Es war eine wirklich große Herausforderung für uns, unter all den vielfältigen Rahmenbedingungen die Machbarkeit des Modells im Auge zu behalten.

Armand Colard: Beim WWF haben auch insgesamt um die zwanzig Personen mitgearbeitet. Für uns war das Projekt immer sehr spannend, etwa so, als würde man an jedem Arbeitstag ein neues Rätsel lösen müssen, ein neues Sudoku mit immer höherem Schwierigkeitsgrad.

Wann kam das Modell zum ersten Mal zur Anwendung?

Armand Colard: Im September 2014 wurde es zum ersten Mal bei einem Allianz Fondsprodukt angewendet. Das ist ein großer Moment, wenn man sieht, wie das Modell in Echtzeit erstmals in der Praxis angewendet wird und welche Parameter vollautomatisiert zur Entscheidung herangezogen werden. Wenn man es sich durchrechnet, so können wir laut unseren Schätzungen sagen: Im Modell stecken Dank der Inputs von 70 Expertinnen und Experten mehr als 1.000 Jahre Nachhaltigkeitserfahrung! Und vielleicht ein wenig schockierend: Es wurden von den mit der Erstellung des Modells Beteiligten in den vergangenen fünf Jahren insgesamt rund acht Badewannen, das entspricht mehr als 1.000 Liter, Fair Trade Kaffee konsumiert, ein enormer „Coffee-Footprint“ …

Warum hat sich die Allianz dafür entschieden, dieses Modell in der Praxis anzuwenden?

Martin Bruckner: Wenn ein Kunde bei der Allianz eine Lebensversicherung abschließt, zahlt er im Schnitt dreißig Jahre ein. Danach möchte er dreißig Jahre Geld ausbezahlt bekommen – das heißt, wenn wir als Allianz Investitionsentscheidungen treffen, müssen wir bei unserem Geschäftsmodell in Generationen denken und gleichzeitig innovativ sein. Wer langfristig Geld verdienen möchte, muss nachhaltig veranlagen. Wenn wir jetzt vor dem Bildschirm sitzen und auf einen Blick sehen, wie viele Nachhaltigkeitspunkte ein Unternehmen oder ein Staat hat, macht es die Veranlagungsentscheidung leichter. Das macht mich sehr stolz.

Vielen Dank für das Gespräch.

Anmerkung der Redaktion: Rund ein Jahr nach dem Startschuss gibt es eine erste Zwischenbilanz. Das WWF-Modell hat seine Feuerprobe bestanden. Mehr dazu finden Sie hier auf der Homepage der Allianz Gruppe in Österreich unter der Rubrik Allianz Lichtblicke.

Martin Bruckner (Allianz) und Armand Colard (ESG+) über die nachhaltige Veranlagung

 

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