Mobiler Sachverständiger: Die Feuerwehr im eigenen Haus

Andreas Berger (Mitte) ist hauptsächlich in Ostösterreich unterwegs. Ein guter Draht zu den Kundinnen und Kunden ist in diesem Job unerlässlich. © Reiner Riedler


28. April 2016 / geposted in / 0 Kommentare / von Markus Hinterberger

Sie sind die „Kilometerfresser“ der Allianz. Die Kolleginnen und Kollegen der Mobilen Schadenintervention kennen Österreichs Straßen wie ihre eigene Westentasche. Von Wien, Linz, Graz und Innsbruck ausgehend sind sie flächendeckend in ganz Österreich unterwegs, um im Schadensfall den Kundinnen und Kunden direkt vor Ort zu helfen.

Rund 14.000 Sachschäden werden in „ruhigen“ Jahren auf diese Weise begutachtet. Deutlich mehr werden es dann, wenn – wie in den vergangenen Jahren leider öfters vorgekommen – große Naturkatastrophen über Österreich hereinbrechen. In solchen Momenten kommen dann mehrere tausend Schadenfälle dazu, und zwar innerhalb von wenigen Stunden. So zum Beispiel im Jahr 2010, als aufgrund eines großflächigen Hochwasserereignisses insgesamt rund 20.000 Schäden zu begutachten waren (Anm.: Eine Hochwasser Risikokarte finden Sie hier).

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„Die Natur gibt quasi die Stückzahlen vor“, erklärt Clemens Diesenreiter © Reiner Riedler

„Die Natur gibt quasi die Stückzahlen vor“, erzählt Clemens Diesenreiter, Leiter der Sachverständigen für die Sachversicherung, und ergänzt: „Wenn eine Naturkatastrophe eintritt, müssen wir rasch handeln. Die Herausforderung liegt dann darin, die Situation richtig einzuschätzen und entsprechende Maßnahmenpläne zu aktivieren.“ Ein Beispiel: Als im Jahr 2009 ein Hagelunwetter eine Spur der Verwüstung in nahezu allen Teilen Österreichs nach sich zog, waren alleine zwischen Salzburg und Linz über Nacht plötzlich 2.000 Schäden zu besichtigen, zusätzlich zum Tagesgeschäft.

Schnittstelle zwischen Schadenabteilung und Kunden

Dabei fungiert das Team häufig auch als Bindeglied zwischen der Schadenabteilung im Allianz Kundenservice und den Kunden, die im schlimmsten Fall vor dem privaten Ruin stehen können. „Bei Massenschäden sind wir auch eine Art Feuerwehr“, so Diesenreiter. Die mobilen Sachverständigen sind sozusagen eine der ersten Anlaufstellen für Kundinnen und Kunden, wenn die notwendigen Schritte zur Behebung des Schadens eingeleitet werden.

Ein typischer Tag im Schnelldurchlauf

Der „normale“ Arbeitstag eines mobilen Schadenbegutachters beginnt mit der täglichen Routine: Und zwar mit einem Blick ins hauseigene, von AMOS Austria entwickelte Schadenbearbeitungsprogramm, um die Besichtigungstermine für den jeweiligen Tag vorzubereiten. Zu diesem Zeitpunkt weiß er noch nicht, was der Tag für ihn bringt. „Jeder Schaden ist anders, und oft wissen wir gar nicht, welches Schadenausmaß uns vor Ort tatsächlich erwartet“, so Diesenreiter.

Schaden am Dach

Hausdächer bieten eine große Angriffsfläche. Bei Hagelunwetter können daher gravierende Schäden entstehen. © Reiner Riedler

Beim Kunden angekommen, verschaffen sich die Sachverständigen einen ersten Überblick, danach wird der Schaden gemeinsam mit dem Kunden begutachtet und an einer Lösung gearbeitet. Dabei gibt es laufend neue Herausforderungen zu meistern: „Ein Prefa-Dach hat es vor vielen Jahren ebenso wenig gegeben, wie zum Beispiel die heutzutage moderne Niedrigenergiebauweise. Wir müssen uns daher laufend weiterbilden, um am neuesten Stand der Technik zu sein“, erklärt Diesenreiter.

Sobald die letzte Besichtigung des Tages abgeschlossen ist, geht es zurück ins Büro. Besser gesagt nach Hause, denn die Sachverständigen sind im Regelfall mit Heimarbeitsplätzen ausgestattet, um möglichst flexibel agieren zu können. Dort angekommen, werden die Aufträge fertiggestellt, ins EDV-System eingespielt und zur weiteren Bearbeitung ins Allianz Kundenservice „geschickt“. Sobald in der Schadenabteilung die dazugehörige Rechnung eintrifft, wird diese – in 99 Prozent der Fälle innerhalb von 5 Werktagen nach Eingang – von der Allianz bezahlt.

Apropos Allianz Kundenservice: 2015 wurden dort rund 414.000 Schaden- und Leistungsfälle quer über alle Sparten erledigt und etwa 25.000 Kundenkontakte pro Tag abgewickelt. Darüber hinaus wurden 98,3 Prozent der Schäden innerhalb von zwei Werktagen elektronisch angelegt – knapp 140.000 Schäden davon per Telefon gemeldet.

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