Flexibles Arbeiten: Nine to five war gestern

Work, work, work – aber vielleicht auch hin und wieder von Zuhause aus. © Fotolia gpointstudio


2. August 2016 / geposted in / 0 Kommentare / von Gast Redakteur

Es ist 6:40 Uhr, mein Wecker klingelt. Und bevor ich noch richtig munter werde, drücke ich schon die Snooze-Taste meines Handys. „Komm ich eben später in die Arbeit“, denkt sich wohl mein verschlafenes Ich. Für mich ist das irgendwie selbstverständlich, aber möglich ist das wegen des Gleitzeitmodells der Allianz. Wie früh ich anfange oder wie spät ich gehe, kann ich allerdings bis zu einem gewissen Grad selbst bestimmen (ausarten sollte es aber dann doch nicht.). Und so erlaube ich mir – ganz selbstbestimmt – noch eine Runde zu schlafen. Flexible Arbeit wird in Form von Gleitzeit aber nicht nur von mir genutzt, sondern ich beschäftige mich auch in meinem Studium damit. In einem Forschungsprojekt habe ich die positiven und negativen Auswirkungen für Personen die flexibel arbeiten, untersucht. Aber „flexibles Arbeiten“ – was bedeutet das?

Flexibel, flexibler, am flexibelsten

Flexibles Arbeiten, das klingt für viele traumhaft: Ich kann arbeiten, wann ich will, wo ich will und wie ich will. Gut, das klingt in erster Linie nach der alten Humboldt Werbung. ;-) Eine wesentliche Rolle dabei spielt die Digitalisierung: Ohne Laptops, Handys und Internet wäre Homeoffice erst gar nicht möglich. Ein weiterer Grund für diesen Trend sind die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Vereinbarkeit von Beruf und Privatem wird immer wichtiger. Dies zu meistern, gelingt mit flexiblen Arbeitsformen natürlich leichter als mit fixen Arbeitszeiten. Flexibles Arbeiten hat verschiedene Gesichter, in vielen Branchen und Unternehmen ist die Gleitzeit mittlerweile üblich, sofern keine fixen Arbeitszeiten notwendig sind. Daneben finden sich noch zahlreiche andere Varianten, das Thema Arbeitszeit und -ort zu gestalten. Die Allianz selbst bietet über 70 Teilzeitmodelle an: Sofern es die Arbeitserfordernisse erlauben, ist es möglich, bei einer Vollzeitanstellung nur vier Tage die Woche zu arbeiten (und die wöchentliche Stundenanzahl dann eben in diesen Tagen unterzubringen), und auch Homeoffice kann genutzt werden, um Beispiele zu nennen.

Trend zum Homeoffice: Arbeiten im Pyjama

Es ist 6:50 Uhr, und mein Wecker läutet wieder. Den Weg in die Arbeit würde ich mir sparen, wenn ich Homeoffice nützte. Die gewonnene Zeit könnte ich länger schlafen. Zumindest heute wäre mir danach. Es gibt natürlich auch andere Motive: „Die Homeoffice-Tage nehme ich immer dann, wenn ich konzeptionell arbeiten muss und ich keine Ablenkungen brauchen kann. Zuhause sitze ich alleine und kann mich voll und ganz konzentrieren“, schwärmt eine meiner Kolleginnen, die gelegentlich Homeoffice nutzt. Das klingt schon ziemlich toll, weil Ablenkungen gibt es in unserem wie wahrscheinlich in jedem Büro genug. Dem entzieht man sich natürlich, wenn man zuhause bleibt. Auf der anderen Seite birgt flexibles Arbeiten aber nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen, die sich in einem klassischen Arbeitsverhältnis in der Form nicht ergeben (Stichwort: fehlende Sozialkontakte).

Tipps für flexibles Arbeiten

1: Regelmäßig treffen

Um langfristig am Ball zu bleiben, würde ich regelmäßige Treffen mit meinen Kolleginnen und Kollegen vereinbaren – vielleicht einen Jour fixe, wöchentliches Mittagessen mit meiner Führungskraft oder gemeinsame Aktivitäten nach der Arbeit.

2: Kommunizieren

Hilfreich kann sein, fixe Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner für bestimmte Themen zu bestimmen. Die Art der Kommunikation (Mail, Telefon etc.) würde ich gemeinsam mit meinem Team festlegen.

3: Wünsche äußern

Hätte ich das Gefühl, dass auf mich vergessen wird, weil ich bei Projekten weniger involviert bin oder bei Beförderungen ausgelassen werde, würde ich das Gespräch mit meiner Führungskraft suchen und meine Wünsche klar äußern.

4: Erreichbarkeit definieren

Ich würde mir klare Zeiten vereinbaren, an denen ich erreichbar bin, damit aus „Nine to five“ nicht „24/7“ wird. Homeoffice bedeutet nämlich nicht, dass man rund um die Uhr verfügbar ist.

5: Grenzen ziehen

Um Konflikte zwischen Arbeit und Privatem zu vermeiden, wäre es mir besonders wichtig, Grenzen zu ziehen. Mein Büro im Wohnzimmer stört mitunter mein Privatleben. Mein Privatleben im Büro stört mitunter die Arbeit.

6:  Selbstmanagement

In flexiblen Arbeitsformen hätte ich zwar mehr Spielraum, aber auch mehr damit zu tun, meine Arbeit selbst zu gestalten. Das würde mehr Selbstmanagement erfordern, als ich es jetzt mit Gleitzeit gewohnt bin.

7 Uhr

Das ist kein Tipp, sondern schon wieder mein Wecker. Jetzt muss ich aber wirklich! In der Arbeit werde ich gleich mit meinem Vorgesetzten klären, ob ich auch gelegentlich Homeoffice machen könnte. Trotz der Herausforderungen – für mich klingt es ideal.

Und wie steht es mit Ihnen?

 

Autorin: Eva-Maria Mandl, Psychologiestudentin und Ferialpraktikantin in der Personalentwicklung

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.