Einbrecher-Einmaleins

Diebe freuen sich über daheim gebliebene Weihnachtsgeschenke. © Fotolia


10. Februar 2016 / geposted in / 18 Kommentare / von Gast Redakteur

Liebe Einbrecher,

für manche steht er noch vor der Tür, der langersehnte Schiurlaub. Viele Österreicher packen die Koffer, schnappen sich ihre Skier und machen sich auf den Weg in die Berge. Haus oder Wohnung stehen dann leer. Daheim bleiben nur der neue Tablet-PC, die schicke Halskette oder die teure Uhr, die allesamt unterm Tannenbaum lagen. Schließlich soll in den Ferien nichts abhandenkommen.

Dann, liebe Langfinger, schlägt eure große Stunde. Einbrechen ist fast so einfach wie Geschenke auspacken: An einer Ecke so weit aufmachen, bis man rein kommt, und dann alles rausholen. Und keine Angst vor aufmerksamen Nachbarn – viele schauen lieber weg. Besonders wenn es keine Beleuchtung mit Bewegungsmeldern am Grundstück gibt. Dann lässt es sich noch leichter die Augen verschließen.

Einbrecher kommen gern durch offene Fenster. © Fotolia

Die besten Tipps der Branche habe ich für euch zusammengestellt.

Top Fünf der beliebtesten Einbrecher-Tricks:

  1. Es ist schon immer etwas muffig in der Bude, wenn man nach einem Urlaub heim kommt. Deshalb lassen viele das Badfenster einen Spalt weit offen. Oft wird auch vergessen ein Kellerfenster zu schließen.
  2. Gute Anzeichen, dass niemand zu Hause ist: Zeitungen, Werbung und Post quellen aus dem Briefkasten hervor. Das Licht hat auch seit ein paar Tagen keiner mehr angemacht. Und ganz modern: Ein Facebook-Eintrag mit den Worten „Bye-bye – es geht jetzt für eine Woche auf die Piste“.
  3. Im Herbst haben viele ihre Bäume beschnitten. Davon steht sicher noch die ein oder andere Leiter rum. So lassen sich auch Badfenster im ersten Stock gut erreichen (siehe Trick 1).
  4. Apropos Bäume: So ein Sichtschutz ist Langfingers Liebling – falls doch mal einer aufmerksame Nachbarn hat.
  5. Alte Häuser, alte Schlösser; immer einen Einbruchsversuch wert. Nicht jeder hat schon auf moderne Schließzylinder und Schlösser aufgerüstet.

Aber eine wichtige Information möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten: Viele Menschen kennen mittlerweile unsere Tricks und verwenden sie gegen uns. Dabei helfen ihnen Checklisten oder sogar PC-Simulationen aus Sicht von Dieben.

 

Gastautorin: Charlotte Gerling

18 Kommentare
  • Leider ein sehr kurzer Artikel, trotzdem ein netter kleiner Reminder, worauf man achten sollt. Wir haben auch kürzlich nachgerüstet. Zusatzschlösser für die Fenster und Balkontür und vor allem einen Panzerriegel. Dieser signalisiert durch das zusätzliche Schloss mittig der Tür, dass das Haus abgesichert ist. Das wurde uns von der örtlichen Polizei empfohlen. Laut denen meiden Einbrecher Häuser, die auf einen Panzerriegel an der Tür hinweisen, da dies meist ein Indiz für weitere Schutzmaßnahmen sind…
    Liebe Grüße
    Peter aus A.

  • Sehr schöne Tipps! Die Anzahl der Einbrecher steigt leider seit Jahren ununterbrochen an. Neben diesen Tipps würde ich auch jedem empfehlen, eine Alarmanlage in seinem Haus zu installieren. Hierdurch kann man direkt die Polizei informieren. Außerdem haben sie eine abschreckende Wirkung.

  • Ich glaube, dass eine gute Einbruchprävention auch gut durchdacht sein muss. Die 5 aufzählten Tipps sind Zweifellos das A und O! Wer seine Fenster im Urlaub gekippt lässt ist finde ich selber Schuld. Aber ein noch so gutes Türschloss hilft nicht, wenn sich die Türe einfach aushebeln lässt. Ohne gute Sicherheitstür (der Stufe WK 2 mindestens) ist ein gutes Türschloss also hinfällig. Selbiges gilt auch für Fenster. Das bedenken oft viele nicht. Leider.. Und ich muss Jürgen Recht geben. Alarmanlagen sind ein sehr gutes Mittel. Ebenso Zeitschaltuhren.
    LG
    Hannes

  • Ich habe selbst bereits (böse) Erfahrungen mit Einbrüchen gemacht. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Potenzielle Einbrecher suchen in erster Linie leichte und schnelle Ziele. Ist von außen auf einen Blick erkennbar, dass es sich um Sicherheitsschlösser und -beschläge und womöglich um eine Sicherheitstüre handelt, dann ist das Signal eindeutig: „Der Einbruch in diese Wohnung ist mit mehr Aufwand und Lärm verbunden.“ Haben es die Täter nur auf leichte Beute abgesehen, dann ziehen sie weiter. Fenster gekippt lassen ist dagegen das Signal: „Hier kommst du rasch und geräuschlos rein …“.
    Herzliche Grüße aus der Blog-Redaktion
    Josef Glatzl, Allianz Unternehmenskommunikation

    • Ich kann Ihnen da nur Recht geben, Herr Glatzl. Gelegenheit schafft Diebe! Ein für Einbrecher unattraktives Haus ist jenes, bei welchem Überwachungskamera (Attrape) und gegebenenfalls auch Alarmanlage von Außen zu sehen ist. Flutlicht ist eine weitere Option. Oder aber, man schwört wie schon angesprochen auf Zeitschaltuhren und TV-Simulatoren.

      Ich hab neulich sogar einen elektronischen Wachhund irgendwo im Internet gesehen. Musste etwas schmunzeln, aber ja, auch sowas scheint es für den Einbruchschutz zu geben.

      Ich hab selbst nach einem Einbruch die Erfahrung gemacht, dass ein überwacht aussehendes Eigenheim schon Abschreckung genug zu sein scheint. Wer möchte schon beim Diebstahl gefilmt, enttarnt oder entdeckt werden…

      Danke für diesen sinnvollen Beitrag.

      Liebe Grüße
      Leo

  • @Josef Glatzi – das ist richtig. Gelegenheit schafft Diebe – wenn also eine Tür oder ein Fenster nach harter Arbeit aussieht, wir der Einbrecher sehr wahrscheinlich auf ein leichteres Ziel umschwenken. Ich möchte noch einen Hinweis auf die Förderprogramme der KfW-Bank geben – hier können bis zu 1.500 € an Zuschüssen erhalten werden. (Gilt nur für ganze Wohngebäude & Eigentumswohnungen).
    Grüße Dirk

  • Am besten ist immer noch eine Alarmanlage. Einmal installiert und man hat Ruhe. Was ich aber auch imposant finde ist wie viele ihre Kellerfenster einzig und allein mit einem kleinen Gitter und einem Kunststofffenster versehen. Ein Fußtritt und man ist im Haus…

  • Vielen Dank für den Artikel. Bei uns wurde leider auch durch den Keller eingebrochen. Wir haben jetzt auch einen EInbruchschutz in Form eines Panzerriegel und abschließbaren Fenstergriffen mit Zusatzschloss nachgerüstet. Leider wird das Thema Einbruchschutz immer wichtiger…

    Grüße
    Steffi

    • Liebe Steffi,
      vielen Dank für Dein Feedback.
      Ja, das Thema Einbruch ist leider immer aktuell. Daher umso wichtiger, sich und seine 4 Wände rechtzeitig zu schützen.

      Liebe Grüße,
      Markus Hinterberger

  • Gute Tipps. Den Briefkasten sollte man unbedingt leeren lassen! Wenn man zusätzlich noch ein kleines Licht anlässt, eine Alarmanlage und einen Tresor hat, muss man sich gar keine Sorgen mehr machen. Ein wenig Geld investieren und schon kann man völlig beruhigt in die Ferien:)
    Grüsse Patrick

  • Toller Beitrag. Letztens noch einen Einbruch in der Nachbarschaft gehabt. Das spiegelt die aktuellen statisken sehr gut wieder, die ienbruchsrate steigt um jahr zu jahr…

  • Vielen Dank für den hilfreichen Artikel.
    Bei Einzug in unsere Eigentumswohnung haben wir unsere lokale Schlosserei in Villach bemüht, so dass wir jetzt über den neuesten Einbruchsschutz verfügen. Dann können wir auch in aller Ruhe in Urlaub fahren!

  • Vielen Dank für die Tipps! Ich habe noch ein paar ergänzende Hinweise:

    – Einbrecher schauen sehr oft, ob sich das Risiko überhaupt lohnt, deswegen wird oft Ausschau nach gut gepflegten Gärten oder hochwertige Autos (BMW, AUDI, etc.) gehalten. In so einem Fall ist guter Einbruchschutz sehr wichtig!
    – schon ein kurzer Blick auf die Haustür lässt für die kriminellen Profis erkennen, wie die Qualität und die Beschaffenheit eben dieser ist: dünne Türen, schlechte Qualität – schnell und einfach auszuhängen.
    – Terassen werden oft gar nicht oder nur sehr schlecht abgesichert
    – Einbrecher schauen nach Anzeichen für ältere Bewohner, zum Beispiel bei „besonderem“ Gardinen-Geschmack. Alte Leute lagern oft Bargeld und Schmuck zuhause

  • Neben den Top Fünf aus dem Artikel halte ich ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn für sehr wichtig.

    Die Nachbarn können im Urlaub nach dem Rechten sehen und den Briefkasten leeren. Und eine argwöhnische Omi, die ortsfremde Kennzeichen notiert, führt die Polizei vielleicht sogar auf die Spur der Täter, wenn doch einmal etwas passiert.

  • Der Link zu der Checkliste funktioniert leider nicht mehr, aber die PC-Simulationen aus Sicht von Dieben ist super toll =). Mir wurden ganz andere Dinge bewusst, Dinge an die ich sonst nicht gedacht hätte. Allerdings war die Installation auf meinem PC nicht ganz einfach.

    Es sollte auch erwähnt werden, dass das Haus vollkommen zu verbarrikadieren, indem man alle Rollläden schließt auch kontraproduktiv ist. So weiß der Dieb eindeutig, dass niemand zu Hause ist – vor allem wenn die Läden über mehrere Tage geschlossen bleiben. Besser ist es Anwesenheit zu simulieren in dem man zum Beispiel Zeitschaltuhren einsetzt und Licht in unregelmäßigen abständen brennen lässt. Mit Smart-Home Systeme lässt sich das ganze noch einfacher umsetzen.

    • Liebe Marlies,
      danke für dein Feedback! Den Link zur Checkliste habe ich gleich ausgetauscht. Jetzt klappt’s wieder.
      Ich bin ganz deiner Meinung. Ich finde, man sollte immer darauf achten, dass das Haus oder die Wohnung bewohnt wirkt – sei es durch Simulationen von Fernsehgeräten und Licht.

      Liebe Grüße aus der Blog-Redaktion
      Lisa

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