Gut verdrängtes Risiko Berufsunfähigkeit

Verdrängtes Risiko Berufsunfähigkeit

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10. November 2015 / geposted in / 0 Kommentare / von Günter Kornfeld

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die wahrscheinlich wichtigste Versicherung und muss trotzdem noch immer darum kämpfen, überhaupt wahrgenommen zu werden.

Das Thema Berufsunfähigkeit ist ein Paradebeispiel für gelungene Verdrängung. Dieses Risiko sehen wir vornehmlich bei anderen – und da wieder vor allem bei älteren Menschen. Beides, muss ich Ihnen berichten, ist leider falsch: Denn jede dritte körperlich tätige Person und jeder fünfte Angestellte scheiden aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben aus, und ein Drittel dieser Ausfälle tritt vor dem 50. Geburtstag ein.

Trotzdem sind in Österreich zwar Auto und Haushalt praktisch flächendeckend versichert, die eigene Arbeitskraft als Basis für Existenz- und Vermögensaufbau dagegen aber bei kaum jemandem. Warum das so ist? Wenn Sie eine Antwort darauf haben, lassen Sie es mich bitte umgehend wissen! Schließlich gehen mit der Arbeitsfähigkeit im Schnitt auch gut 40 Prozent oder mehr des bisherigen Einkommens verloren.

Grobmaschiges Sozialnetz

Obwohl der Gesetzgeber mit Jahresbeginn 2014 den Zugang zur Invaliditätspension massiv erschwert hat, hat sich seitdem daran nichts geändert. Denn so sensibel die Öffentlichkeit üblicherweise auf derartige Verschlechterungen reagiert – diese ist ganz offensichtlich unter dem medialen Radar durchgeflogen. Wenn jemand vorübergehend berufsunfähig ist, wird seitdem anstelle einer befristeten Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension für alle unter 50 ein Rehabilitationsgeld bzw. ein Umschulungsgeld ausbezahlt, und diese Regelung wird etappenweise auch auf über 50-Jährige ausgeweitet. Gleichzeitig wurde der bisherige Berufsschutz deutlich aufgeweicht – jetzt wird nur mehr die Qualifizierung berücksichtigt.

So eine Versicherung muss man sich aber auch leisten können, mögen jetzt die Hartnäckigsten unter Ihnen noch anmerken. Das stimmt – und doch auch wieder nicht. Denn als Familienvater könnte ich es mir nicht leisten, auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu verzichten. Da geht es auch um Verantwortung und Prioritätensetzung – ob der kurzfristige Konsum im Fokus steht oder nicht doch die Absicherung des Erreichten oder Geplanten. Denn so wird, falls ich dann wirklich nicht mehr arbeitsfähig bin, die Vorsorge für meine Kinder weitergeführt und es muss niemand aus der Wohnung ausziehen, weil Miete und Kreditrate auch weiterhin aus der Versicherungsleistung beglichen werden können.

Für Schwerarbeiter und Hausfrauen

Schon alleine durch die richtige Wahl von Versicherungs- und Leistungsdauer lässt sich die Prämie deutlich reduzieren, nochmals günstiger wird es durch eine so genannte Karenzzeit: wenn also die Leistung erst nach einer bestimmten Dauer der Berufsunfähigkeit einsetzt. Dafür ist es aber besonders wichtig, den tatsächlichen Bedarf genau zu eruieren.

Außerdem haben wir als Allianz mit der „Körperkasko“ auch für körperlich arbeitende Menschen eine leistbare Absicherungsmöglichkeit geschaffen. Weil dort erfahrungsgemäß das Risiko, seinen Beruf irgendwann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen zu können, hoch und das Einkommen eher niedrig sind, haben wir dabei das Prinzip der Berufsunfähigkeit abgewandelt. Leistungsauslöser ist bei der Körperkasko nicht die Berufsunfähigkeit, also einen bestimmten Beruf nicht mehr ausüben zu können, sondern der Verlust oder die Beeinträchtigung einer körperlichen oder geistigen Fähigkeit bzw. der Eintritt einer schweren Erkrankung unabhängig vom erlernten Beruf.

Dadurch rücken auch Berufe in den Fokus, die früher ihre Berufsunfähigkeit nicht oder nur mit erheblichen Aufschlägen versichert lassen konnten: Etwa Profisportler und künstlerisch Tätige – und auch für die riesige Zahl der Hausfrauen und Hausmänner ist das eine günstigere Alternative, um sich eine monatliche Rente mit Prämienbefreiung oder eine finanzielle Einmalleistung bei schwerer Krankheit zu sichern.

Früher Einstieg lohnt sich

Versicherungen sollte man ganz generell immer möglichst früh abschließen – für die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt das aber ganz besonders. Denn später bei Heirat, Kind oder Gehaltserhöhung lässt sich diese jederzeit an die Lebenssituation anpassen – aber gerade junge Menschen erfüllen oft noch nicht die Voraussetzungen für eine gesetzliche Rente bei Berufsunfähigkeit und gehen im Fall des Falles leer aus. Denn eine solche gibt es vor dem Alter 27 erst dann, wenn mindestens sechs Versicherungsmonate erworben wurden. Und ab Alter 27 sind mindestens fünf Versicherungsjahre eine Hürde, an der Studenten oder Jungakademiker zumeist scheitern.

Und die haben zwar im Regelfall noch gar kein oder nur ein sehr bescheidenes Einkommen, aber einen hohen Absicherungsbedarf. Mit i-Start bieten wir dafür als Allianz eine günstige Einstiegsvariante, die später ohne Risikoprüfung verlängert werden kann. Wir greifen da zu einem kleinen Trick und versichern den angestrebten Beruf bzw. überbrücken mit einer Laufzeit von fünf Jahren genau diese gesetzliche Versicherungslücke. Ähnlich funktioniert es bei Jungunternehmern, die noch kein regelmäßiges Einkommen nachweisen können, aber mit steigendem Einkommen in den Folgejahren rechnen.

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