Babyboomer: Eine Generation geht in Pension

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6. März 2015 / geposted in / 0 Kommentare / von Lisa Wissenwasser

Wir schreiben das Jahr 1956. Thomas, Sabine, Werner und Birgit erblicken das Licht der Welt – und sie sind nicht alleine: In diesem Jahr werden unglaubliche 115.827 Kinder geboren (2014 gab es beispielsweise nur mehr knapp 80.000 Geburten): Der Babyboom erreicht Österreich. Wie diese demographische Phase die Welt bewegt, hat eine aktuelle Allianz Studie mit dem Titel „Baby, it’s over now: the last US baby boomer turns 50“ untersucht, denn vergangenes Jahr feierten die letzten Babyboomer in den USA ihren 50. Geburtstag. Übrigens, in Österreich beginnt für die ersten Babyboomer das letzte Arbeitsjahr. Aber starten wir am besten dort, wo alles begann.

Die 50er und 60er Jahre

Wie verbringen Kinder wie Thomas, Sabine, Werner und Birgit ihre Nachmittage? Keine Frage: mit Serien wie Lassie, Flipper und Die Kinder von Bullerbü oder auch dem Hula-Hoop-Reifen, denn der wird in den 50er Jahren zu einem weltweit verbreiteten Modespiel. Was man dazu aber unbedingt braucht, ist Musik – und hier sind unter anderem Elvis Presley, die Beatles und die Rolling Stones angesagt. In Sachen Mode muss ich, Lisa Wissenwasser, Praktikantin in der Allianz Unternehmenskommunikation, sofort an meine Eltern und gemeinsame Fotoabende denken. Denn meine Mutter, geboren im Jahr 1958, liebte den Stil von Marilyn Monroe und trug liebend gerne Petticoat. Mein Vater, schon einige Jahre vor ihr geboren, ließ sich von James Dean, Lederjacken und Glockenhosen inspirieren.

Und sie waren viele …

Thomas, Sabine, Werner und Birgit stammen aus einer Generation, die die Welt überrascht hat. Auch unser kleines, überschaubares Land wurde von den sogenannten Babyboomern, also den Kindern, die hierzulande in den Jahren zwischen 1956 und 1969 zur Welt kamen, überrumpelt. Insgesamt wurden in diesen vierzehn Jahren rund 1,7 Millionen Kinder geboren. Am Ende dieser Phase machte diese Generation sogar 23 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung aus. Durchschnittlich brachte jede Frau 2,82 Sprösslinge zur Welt.

Die plötzlich fallende Geburtenrate

Thomas, Sabine, Werner und Birgit haben natürlich auch eine Ausbildung abgeschlossen und einen Beruf ergriffen. Doch bald wird diese Episode ihres Lebens vorbei sein. Denn angenommen, sie wurden schon zu Beginn des Babybooms geboren, werden sie wohl bald in den Ruhestand gehen. Und dann? Dann verliert der Arbeitsmarkt viele, viele fleißige Bienchen. Und die können nicht so schnell ersetzt werden. Denn so hoch die Geburtenrate während des Babybooms und so froh die Gemüter auch waren, mit einem Schlag war diese Phase wieder vorbei: In den Jahren ab 1970 kam es zu einem dramatischen Rückgang der Geburtenraten, dem sogenannten Babybust. In Österreich hatten Frauen im Schnitt nur noch 1,33 Kinder; unsere vier Proponenten also haben zwar mehrere Geschwister, selbst aber nur ein oder zwei Kinder bekommen.

Erwerbsfähige Bevölkerung schrumpft, Anteil der Über-65-Jährigen steigt

Somit treten also weniger Menschen in den Arbeitsmarkt ein, als Arbeitskräfte in den Ruhestand gehen. Wenn schließlich im Jahr 2034 auch der letzte österreichische Babyboomer in Pension geht, werden laut Zahlen der Statistik Austria rund 2,35 Millionen Österreicher über 65 Jahre alt sein – so wie auch Thomas, Sabine, Werner und Birgit. Parallel dazu wird aber der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung um mehr als 200.000 Menschen schrumpfen. Dieses Verhältnis der Über-65-Jährigen zu denjenigen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) kann im sogenannten Altenquotient angegeben werden. Während dieser Quotient vergangenes Jahr noch bei 27,3 lag, wird er im Jahr 2034 auf 41,9 ansteigen. Das bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt rund 42 (!) Über-65-Jährige von 100 (!) Erwerbsfähigen versorgt werden.

Altersvorsorge ist und bleibt wichtig

Etwas Positives vorweg: Für die jungen Generationen unter uns wie mich – ich bin im Jahr 1991 geboren und mein Start ins Berufsleben liegt noch gar nicht so lange zurück – bedeutet diese Entwicklung zunächst, dass Arbeitsplätze freiwerden. Doch durch den Übergang der Babyboomer in den Ruhestand werden auf der anderen Seite die staatlichen Pensionsausgaben deutlich steigen. Inwiefern beziehungsweise in welcher Höhe die jetzige arbeitende Bevölkerung in späterer Folge noch mit einer gesicherten Pension rechnen kann, ist fraglich. „Ich mach‘ mir doch nicht jetzt schon Gedanken über meinen Ruhestand“, habe ich mir lange Zeit gedacht. Aber einen gewissen Lebensstandard möchte ich ja auch in ferner Zukunft halten können. Daher habe ich mich bereits vor einigen Jahren dazu entschieden, privat vorzusorgen, um für den worst case gewappnet zu sein …

Die Babyboomer ziehen sich in den Ruhestand zurück. © Fotolia

Die Babyboomer ziehen sich in den Ruhestand zurück. © Fotolia

Autorin: Lisa Wissenwasser

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